Angestellte leiden unter Unilevers Investoren-Poker

Wirtschaft Unilever-Standort Auerbach steht auf dem Prüfstand

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Mitarbeiter des Auerbacher Unilever-Standorts machen sich um ihre Zukunft Sorgen. Foto: Thomas Voigt

Auerbach. Der Übernahme-Poker um den Konzern Unilever könnte bis zu 180 Arbeitsplätze kosten, warnt die Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten (NGG). Mit neuen Sparmaßnahmen wolle das Unternehmen seine Bilanz für internationale Investoren aufpolieren.

Lohnkürzungen stehen ins Haus

Am Standort Auerbach stellt das niederländisch-britische Firmengeflecht Instant-Suppen her. Nach Informationen des Vorsitzenden des Konzern-Betriebsrates Hermann Soggeber will Unilever die Lohnkosten all seiner deutschen Produktionsstandorte drastisch senken.

Volkmar Heinrich von der NGG Dresden-Chemnitz kündigte Gegenwind an. "Eine Gewinnmaximierung auf dem Rücken der Beschäftigten werde gegen den Willen von Betriebsrat und Gewerkschaft nicht zu machen sein." Darüber hinaus drohen laut Heinrich deutliche Verschlechterungen bei den Sozialleistungen. Der Konzern wolle den vereinbarten Sozialkatalog kündigen.

Gewerkschaft will dagegen vorgehen

"Die Mitarbeiter dürfen nicht zu Marionetten im Investoren-Poker werden." Die Gewerkschaft werde sich gegen die geplanten Sparmaßnahmen massiv zur Wehr setzen. Im Februar hatte Unilever ein Fusionsangebot der Kraft-Heinz-Company in Höhe von 143 Milliarden Dollar zurückgewiesen. Einige Wochen später kündigte der Konzern an, den Gewinn bis 2020 um satte 20 Prozent zu steigern.

Mit einem Umsatz von zuletzt 53 Milliarden Euro ist Unilever einer der weltweit größten Hersteller von Verbrauchsgütern. Im deutschsprachigen Raum beschäftigt der Konzern ca. 5.000 Mitarbeiter an elf Standorten.