Angst vor Krieg wächst: Plauener senden Brief an den Bundestag

Wortmeldung Offener Brief an Abgeordnete Yvonne Magwas in Berlin

Plauen. 

Plauen. Die Bundestagsabgeordnete und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Yvonne Magwas, hat stellvertretend Post bekommen. Jörg Schneider aus Plauen und Jürgen Lösche aus Pöhl haben einen offenen Brief verfasst. "Wir sind der Auffassung, dass der demokratische und sachliche Diskurs zwischen Politikern und kritischen Bürgern in der heutigen Zeit ganz besonders wichtig ist. Mit gegenseitigen Beschimpfungen und Stigmatisierungen wird die schon jetzt vorhandene Spaltung in der Gesellschaft nur noch tiefer", warnen die beiden Verfasser.

 

Wer sind die beiden Verfasser?

Jürgen Lösche wurde als ehemaliger Stadtrat in Plauen sowie ehemaliger Betriebsratsvorsitzender im Stahlbau Plauen wahrgenommen. Jörg Schneider ist als Initiator der ersten Plauener Massendemonstration gegen das SED-Regime am 7. Oktober 1989 in die Geschichte eingegangen.

 

Sorge um einen dritten Weltkrieg

Den Brief vertreten weitere 24 Erstunterzeichner. Folgendes steht im Brief:" Sehr geehrte Frau Magwas, viele Menschen im Vogtland leben in großer Sorge, dass der Krieg in der Ukraine weiter eskaliert und sich zu einem 3.Weltkrieg entwickelt, der die Lebensgrundlagen in Europa zerstört. Die wachsende Kriegsrhetorik der etablierten Politik und in den öffentlich-rechtlichen Medien verstärken diese Befürchtungen. Ihre Unzufriedenheit mit der aktuellen Politik zeigen tausende Bürger durch ihre Teilnahme an Kundgebungen und Demonstrationen in Plauen und in anderen vogtländischen Orten. Wir teilen die Sorgen dieser Bürger und fordern Sie deshalb auf: Setzen Sie sich für eine diplomatische Lösung dieses Konfliktes ein. Nur sofortige Waffenstillstandsverhandlungen können die weitere Eskalation des Krieges stoppen. Nur so können die galoppierende Inflation und der wirtschaftliche Niedergang in Deutschland und in Europa aufgehalten werden. Entlastungspakete und Energiepreisbremsen sind wichtig, um kurzfristig die Folgen der Preissteigerungen abzufedern. Sie bieten aber keine dauerhafte Lösung, weil dadurch die Stabilität unserer Währung im höchsten Maße gefährdet wird. Eine der wichtigsten Aufgabe der Politikerinnen und Politiker eines Landes ist es, für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung zu sorgen. Aus diesem Grund bitten wir Sie, dass Sie sich für die Rückbesinnung auf eine vernünftige und realitätsbezogene Wirtschafts- und Energiepolitik einsetzen. Dazu gehört auch die stärkere Nutzung eigener Ressourcen, wie Erdgas und Kernenergie. Die jetzt angedachte vorübergehende Laufzeitverlängerung von zwei Kernkraftwerken ist halbherzig und reicht keinesfalls aus. Ein vollständiger und dauerhafter Verzicht auf russische Rohstoff- und Energielieferungen wird der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft extrem schaden. Deshalb muss im Zuge einer diplomatischen Konfliktlösung auch das Angebot der Aufhebung von Sanktionen Bestandteil von Friedensverhandlungen sein. Die Wende 1989 und die nachfolgenden, insbesondere von Gorbatschow eingeleiteten, Abrüstungsschritte ermöglichten eine Überwindung der Konfrontation von sich feindlich gegenüberstehenden Machtblöcken. Wir sind der festen Überzeugung, dass der damals eingeschlagene Weg des Ausgleichs von Interessen zwischen gleichberechtigten Staaten wieder aufgenommen werden muss. Nur so lassen sich globale Probleme wie Umwelt- und Klimaschutz oder die weltweite Ernährungskrise lösen. Wir fordern alle verantwortlichen Politiker auf, verlassen sie den Weg der Konfrontation, richten sie Ihre Politik wieder an den Maßstäben von Vernunft und Rationalität aus! Setzen Sie sich mit den auf den Demonstrationen geäußerten Forderungen auseinander. Stellen Sie sich einer sachlichen Diskussion."

 

 

 

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