Arbeitsagentur-Beschäftigte spenden 2.710 Euro für Kinderprojekte

Mutter-Kind-Einrichtung in Lengenfeld erhält Geld für Mamas

Lengenfeld

Die Agentur für Arbeit beschäftigt in Plauen 75 Mitarbeitende. Viel hat sich am Dittrichplatz verändert. Früher drängelten sich hier Menschen ohne Arbeit. Altlandrat Dr. Tassilo Lenk erinnert sich. „Im Vogtland hatten wir um die Jahrtausendwende weit über 20.000 Arbeitslose. Hinzu kamen noch einmal genauso viele Vogtländer, die in irgendwelchen Maßnahmen beschäftigt waren.“

Die Agentur für Arbeit platzte aus allen Nähten. Es musste neu gebaut werden. 300 Beschäftigte hatten alle Hände voll zu tun, während die Gesellschaft die Bundesagentur zum Buhmann erklärte.

Spendensammlung in der Arbeitsagentur

Zeitsprung. Die Personalratsvorsitzende Jeanette Reinhold und Pressesprecherin Silke Steinkampf sitzen im Auto. Sie fahren nach Lengenfeld. Aber nicht im Auftrag der Arbeitsagentur. Die eigenen Kolleginnen und Kollegen haben Jeanette und Silke losgeschickt. Es geht um Spendengeld. „Zum sechsten Mal haben wir im Haus alle zusammengelegt, um eine vogtländische Einrichtung zu unterstützen“, erzählt Silke Steinkampf. Niemand hat das angeordnet. Kein Chef steckt dahinter. Jeanette Reinhold sagt: „Das kommt von innen heraus. Es ist eine Geste. Wir Mitarbeitenden möchten mit unserer Spendensammlung zeigen, dass wir an die Bedürftigen denken.“

Mutter-Kind-Einrichtung gibt Sicherheit

In Lengenfeld hat eigentlich gar niemand so richtig Zeit. Hier in der KreAktiv gGmbH finden Mütter in schwierigen Lebenssituationen ein sicheres Zuhause. Die Mutter-Kind-Einrichtung wurde vom Ehepaar Mirjam und Dirk Graupner gegründet. „Die KreAktiv gGmbH ist ein Ort für Mütter mit ihren Kindern in schwierigen Lebenssituationen. Wir arbeiten nach Paragraph 19 SGB VIII. Hier sind sechs Fachkräfte unter anderem in Teilzeitmodellen und zwei Hauswirtschafterinnen 24 Stunden, sieben Tage im Einsatz“, berichtet Dirk Graupner. Ehefrau Mirjam empfängt die Besucher trotz Zeitdruck voller Herzlichkeit: „Wir wollen, dass die Muttis hier auf die Beine kommen und gut auf das Leben vorbereitet werden.“

Helfen macht glücklich

In Lengenfeld gibt es sechs Mütterplätze. Manche Mamas ziehen mit vier Kindern ein. Das 1595 errichtete Haus wurde für die jungen Frauen modernisiert und perfekt eingerichtet. Die Mamas sind zwischen 14 und 48 Jahren jung. Sie kommen mit psychischen Störungen und Erkrankungen, in schweren Lebenskrisen oder im Anschluss an eine Suchttherapie.

Alle benötigen eine umfassende Hilfe in der Alltagsbewältigung, der Versorgung und Erziehung ihrer Kinder und sie brauchen vor allem Zuwendung. Für Mirjam und Dirk Graupner ist das die Erfüllung. Helfen macht glücklich. Das merkt man diesem Paar deutlich an. Drei eigene und drei Pflegekinder haben sie groß gezogen.

Es ist ein sicherer Ort

Geholfen wird hier auch schwangeren Frauen ab 15 Jahren. „Wir bieten einen sicheren Ort, an dem sich die Mädels auf die Entbindung vorbereiten können“, verspricht Mirjam. Beim Rundgang erkennen die beiden Besucherinnen das ganze Ausmaß. Jeanette Reinhold und Silke Steinkampf werden in der Arbeitsagentur genau berichten, wie es war in Lengenfeld. „Wir überreichen Ihnen heute unseren symbolischen Spendenscheck in Höhe von 550 Euro. Das Geld ist für die Mütter. Wir übermitteln herzliche Grüße von unserer Belegschaft“, betonte Jeanette Reinhold. Insgesamt haben die Beschäftigten der Arbeitsagentur damit bereits 2.710 Euro gespendet. Eine wirklich starke Geste.

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