Auerbach schafft den Befreiungsschlag

Fussball Trotz 3:0-Sieg gegen Bautzen: VfB-Trainer Hiemisch geht von Bord

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Manager Volkhardt Kramer (rechts) und Trainer Michael Hiemisch (2. von rechts) feierten trotz bevorstehender Trennung den 3:0-Sieg zusammen. Foto: Karsten Repert

Auerbach. Dieser Befreiungsschlag hat allen gut getan. Der VfB Auerbach besiegte am Mittwochabend nicht nur den nun in akuter Abstiegsnot befindlichen Gast aus Bautzen. Der überraschend klare 3:0-Sieg (0:0) wirkt wie Balsam für den ganzen Verein. Denn beim Fußball-Regionalligisten zermürbt der ständige Balance-Akt zwischen Finanzvernunft und Erfolgshunger die Gemüter.

"Wir haben uns bereits im Winter darauf verständigt, dass wir meinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern werden. Ich habe riesigen Respekt vor dem VfB Auerbach", lässt Trainer Michael Hiemisch nichts auf seinen Noch-Arbeitgeber kommen.

Trotz Trennung: "Wir kämpfen zusammen bis zum Schluss!"

Volkhardt Kramer überraschte am Mittwochmittag mit der folgenden Mitteilung die Öffentlichkeit. Der Sportliche Leiter schrieb: "Der VfB und Trainer Michael Hiemisch haben sich darauf verständigt, den zwischen ihnen geschlossenen und am 30. Juni 2018 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Die Verständigung zu diesem Thema erfolgte mit beiderseitig hohem Respekt für gemeinsam erbrachte Leistungen in den zurückliegenden dreieinhalb Jahren. Der Verein bedankt sich bei Michael Hiemisch und wünscht ihm eine erfolgreiche Fortsetzung seiner Trainerkarriere. Gemeinsam wollen Verein und Trainer das aktuelle Ziel - Klassenerhalt Regionalliga - erreichen. Zur Neubesetzung der Stelle wird der VfB zeitnah informieren."

Spekulation: Wird Sven Köhler der Hiemisch-Nachfolger?

Dass mit Fußballlehrer Sven Köhler (zuvor Hallescher FC, Chemnitzer FC, Dynamo Dresden) bereits ein Nachfolgekandidat alle Spiele des VfB Auerbach von der Tribüne aus verfolgt, hat sich herumgesprochen.

"Das ist für mich erst einmal nicht wichtig. Ich wünsche mir, dass Michael Hiemisch zum vierten Mal in Folge mit dem VfB Auerbach den Klassenerhalt schafft", steht VfB-Torwart Stefan Schmidt vorbehaltlos hinter seinem derzeitigen Coach. Beim 3:0-Sieg gegen Budissa Bautzen stand bis zwölf Minuten vor Schluss (0:0) alles auf des Messers Schneide. Dann forderte der Auerbacher Fanblock lauthals die überfällige Führung.

Ecke Tor, Ecke Tor, Ecke Tor!

Der Blitzkrieg dauerte nur acht Minuten. Drei Ecken, drei Tore - eine beinahe unglaubliche Bilanz. Doch was sich wie ein Wunschkonzert anhört, war plötzlich Realität. Streich eins: Eckball Marcel Schlosser, Kopfball Marcin Sieber aus zehn Metern - Tor (78.)! Sechs Minuten später folgte die Duplizität der Ereignisse: Schlosser-Eckball, Sieber-Kopfball aus ähnlicher Position, wieder Tor (84.)!

"Dass sich die Bautzener beim zweiten Mal nicht auf unsere Variante eingestellt haben, hat mich schon überrascht", sagte der Doppeltorschütze nach Spielende. Nur zwei Minuten nach dem 2:0 köpfte auch noch Marc-Philipp Zimmermann zum 3:0 (86.) ein.

Wieder nach einem Schlosser-Eckball. Pressesprecher Marcus Schädlich betont: "Wir sind damit wieder voll im Rennen um den Klassenerhalt und fahren voller Selbstvertrauen zum Auswärtsspiel am Samstag nach Berlin." Dann treffen die Auerbacher (14. Platz | 31:37 Tore | 26 Punkte), 13.30 Uhr, auf Hertha BSC II (6. Platz | 39:31 Tore | 37 Punkte).