Aus Grünbach wird das Schaufeldorf

Bürgerinitiative Protestbewegung fordert Erdverkabelung anstatt Freileitung

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So sieht der Protest in Grünbach aus. Foto: Karsten Repert

Grünbach. Aus Grünbach ist ein Schaufeldorf geworden. Vor den Toren der Stadt Falkenstein gehen viele der 1.800 Bürger auf die Barrikaden. Mit einer Demonstration vor der jüngsten Kreistagssitzung und etlichen Spaten an den Gartenzäunen im Ort wird protestiert. Die Aktion "Schaufel zeigen" richtet sich gegen die geplante 110-kV-Hochspannungs-Freileitung. "Wir fordern Erdverkabelung", stellt Anke Schenker unmissverständlich klar. Die Sprecherin der extra gegründeten Bürgerinitiative (BI) bittet nun die Politik "zum Schutz des staatlich anerkannten Erholungsortes, der Menschen, der Tiere, der Natur, der Umwelt und der Urlaubsregion um Hilfe", verkündet die BI Grünbach.

Die Zeit drängt. Anke Schenker teilt mit: "Die Anwohner, die bereits im Mai einen Widerspruch bei der Landesdirektion Sachsen eingelegt hatten, haben nun noch einmal bis zum 16. Dezember Zeit, einen sogenannten Vortrag zu den Schutzgütern zu leisten. Dann soll das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen werden." Hintergrund: Zwischen Falkenstein und Markneukirchen soll nach BI-Angaben im Auftrag der Mitnetz (Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH) das vorhandene Stromnetz von 30 auf 110 kV ausgebaut werden. Von Falkenstein über Grünbach bis Muldenberg ist eine Hochspannungs-Freileitung geplant. "Erst nach den Wohnhäusern soll erdverkabelt werden", klagt die Bürgerinitiative Grünbach, die nun erreichen will, dass auch in Grünbach ein Erdkabel verlegt wird. Geschieht das nicht, sorgen sich die Grünbacher um ihre Gesundheit.