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Bang Kransysteme setzt auf Eigengewächse

AusbildungOelsnitzer Unternehmen gilt als Vorbild in Sachen Lehrausbildung

Oelsnitz. 

Oelsnitz. Der BLICK-Reporter hat wieder so einen Leuchtturm der vogtländischen Wirtschaft gefunden! In Oelsnitz trafen wir Max Bauerfeind. Der 20-Jahrige beendete vor einem Jahr erfolgreich seine Ausbildung als Elektroniker für Automatisierungstechnik. Das Unternehmen Bang Kransysteme hat etliche Mitarbeiter selbst ausgebildet. Max gehört nun auch zu den vielen Eigengewächsen. Er ist von diesem Konzept überzeugt. Der Vogtländer gehört seitdem zum Team der Elektrofertigung. Für ihn war es der Traumjob, weil er schon immer technisch begeistert war und zu Hause bereits Heimwerkererfahrungen sammelte. Bei Bang Kransysteme lebt man eine glasklare Philosophie: "Als familiengeführtes Unternehmen ist für uns die betriebliche Ausbildung nicht nur ein Aspekt der Nachwuchsgewinnung, sondern auch die gesellschaftliche Verantwortung unseres Unternehmens gesamtwirtschaftlich und für die Region Vogtland."

Die Mitarbeiter stehen zum Unternehmen

Zum Unternehmen: In Adorf fing alles an. 30 Jahre ist das her. Werner Bang startete als Einmannfirma in seiner kleinen Servicewerkstatt. Auf die Reparatur von Hebezeugen und Krananlagen hatte er sich vor 30 Jahren spezialisiert. Heute macht sein Unternehmen 25 Millionen Euro Jahresumsatz. Die 140 Mitarbeiter fertigen am neuen Standort in Oelsnitz hochmoderne Prozess- und Automatikkrane für die Stahl- und Automobilindustrie. Daimler, Audi, Volkswagen, Volvo, Airbus oder Thyssenkrupp heißen die namhaften Kunden. Bang-Kräne heben auch in China sowie Mittel- und Südamerika Traglasten von bis zu 500 Tonnen. Das Familienunternehmen ist mit einer Exportquote von 50 Prozent am Weltmarkt tätig. Und: Über 40 Prozent der Belegschaft in diesem Unternehmen arbeitet bereits zehn Jahre und länger für die Bang Kransysteme. Dieser Treue zum Arbeitgeber verdankt der Spezialbetrieb seine Kernkompetenz.

20 Millionen Euro in den letzten zehn Jahren investiert

Bang wuchs im Laufe der Zeit zu einem Vorzeigeunternehmen. Seit 1994 wird in Oelsnitz produziert. Die neue Endmontagehalle wurde 2011 in Oelsnitz eröffnet. Weitere 10.000 Quadratmeter Produktionsfläche standen von da an zur Verfügung. Der Kran-Campus wurde jetzt mit einer hochmodernen Stahlbau-Fertigungshalle (7.500 Quadratmeter Produktionsfläche) sowie mit einem Schulungs- und Verwaltungszentrum vervollständigt. Mehr als 20 Millionen Euro hat das Unternehmen alleine in den letzten zehn Jahren am Standort Oelsnitz investiert. "Bei uns arbeiten vom Konstruktionsmechaniker bis zum Softwarespezialisten beinahe ausschließlich Fachleute", berichtet die Familie Bang voller Stolz. Den bewegenden Moment der vollständigen Geschäftsübergabe hat Firmengründer Werner Bang noch vor sich: "Ich habe 75 Prozent der Unternehmensanteile an meine Söhne abgegeben. Mir gehören jetzt noch 25 Prozent." Christoph und Marcus Bang werden den Betrieb ganz im Sinne des Vaters weiterführen.

Jugendliche werden schon früh an betriebliche Prozesse herangeführt

Die Berufsorientierung ist ein wichtiger Bestandteil zur Fachkräftesicherung. Durch verschiedene Aktivitäten in Schulen, auf Messen, Kooperationen mit anderen Einrichtungen und Institutionen führt Bang die Jugendlichen schon frühzeitig an betriebliche Prozesse heran und interessiert sie so auch für die betriebliche Ausbildung. Sandra Möschke teilt vorab mit: "Wir wollen mit gezielten Informationen zu den möglichen Ausbildungsberufen, deren Inhalten und Entwicklungsmöglichkeiten nach der Ausbildung das Interesse bei den Jugendlichen wecken, sich für eine Ausbildung im Handwerk zu entscheiden", so die Assistentin der Geschäftsleitung. Bang Kransysteme nimmt dazu verschiedenste Aktivitäten und Präsentationsmöglichkeiten wahr. Unter anderem Berufsbildungsmessen, die Ausbildungsmesse Vogtland in Plauen, den Tag der Bildung in der HWK Plauen und viele weitere. Bang bildet in den Berufen Feinwerkmechaniker, Konstruktionsmechaniker und Elektroniker für Automatisierungstechnik aus.

38 Ausbildungsverträge abgeschlossen

Personalleiterin Katrin Uhlig informiert: "In den letzten 20 Jahren wurden 38 Ausbildungsverträge abgeschlossen, davon sind zehn noch in Ausbildung und 23 Mitarbeiter wurden nach erfolgreichem Abschluss als Facharbeiter übernommen." Ein

Elektroniker für Anlagentechnik erlernt die fachgerechte Installation elektrischer Bauteile und Anlagen, das Verlegen von Kabel und Anschlüssen sowie das Programmieren und Steuern von komplexen Anlagen. Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre, sie ist sehr praxisorientiert und verlangt von den Jugendlichen handwerkliches Geschick, Ausdauer, gute Kenntnisse in Mathematik, Physik und Informatik. Bang Kransysteme sucht Jugendliche, die in der Schule gerne in Physik an elektrischen Schaltkreisen bauen, heimwerkern, vor Strom keine Angst haben oder an der eigenen Modelleisenbahn basteln. Max Bauerfeind hat ihn schon, den Traumjob.

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