Bau der Gleichstromtrasse rückt näher

Grossprojekt Süd-Ost-Link soll zukünftig Windenergie nach Bayern leiten

Reuth. 

Reuth. Der Bau der Gleichstromtrasse Süd-Ost-Link, die auch vogtländisches Gebiet streifen würde, rückt näher. "Voraussichtlich 2022 wollen wir die Baugenehmigung vorliegen haben. Dann ginge es 2023 los", blickte Christoph Arnold von Netzbetreiber 50 Hertz voraus. Geplant ist die Trasse zwar für zwei Gigawatt, es gibt aber die Option für zwei weitere Gigawatt. Deshalb sollen zwei Kabelgräben gezogen werden, wobei der zweite mit zwei Leerrohren versehen würde. Es wird ein 1000 Meter breiter Korridor angelegt, in dem die Erdkabelleitung liegen wird.

Gleichstromverbindung und Alternativstrecken

In den vergangenen Wochen war Netzbetreiber 50Hertz mit den Planungen unterwegs in 22 Städten und Gemeinden, die von der Trasse gestreift werden. Bürger konnten sich informieren und Fragen stellen, wie etwa im Vogtland in Reuth und Leubnitz. In die Landkarte, die den Trassenverlauf aufzeigte, waren bei Reuth zwei Alternativstrecken gestrichelt eingezeichnet. Wie Axel Happe von 50 Hertz erklärte, hatte ein Flächenbesitzer die Alternative vorgeschlagen, damit seine Fläche nicht durchgeteilt würde. Joachim Stöhr aus Dröda und Rainer Steger aus Feilitzsch indes brachten ihre Bedenken vor. Denn die Alternativstrecke würde durch ein elf Hektar großes Gehege für Rotwild führen und durch feuchtes Gebiet. "Die zuerst bevorzugte Planung wäre besser", so Steger.

Happe notierte sich die Informationen, damit neu über den Verlauf beraten wird. Derzeit arbeitet 50 Hertz an der Detailplanung für die Gleichstromverbindung. Diese soll Wolmirstedt bei Magdeburg mit dem Kraftwerksstandort Isar bei Landshut verbinden und die von Windkraftanlagen erzeugte Energie nach Bayern leiten. Es geht um drei Bauabschnitte, jeder rund 80 Kilometer lang. Die Detailplanung soll Mitte 2021 von der Bundesnetzagentur nochmals ausgelegt werden.