Bauern wollen Tierwohl-Label

Landwirtschaft Regionalbauernverband beklagt mangelnde Akzeptanz in der Öffentlichkeit

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Christian Kluge-Sammer (links), Chef der Milchwirtschaft Dehles, führt die Berufskollegen und Politiker durch den landwirtschaftlichen Betrieb.Foto: Simone Zeh

Dehles. Der vogtländischen Bauern größtes Problem scheint derzeit nicht der Milchpreis zu sein. "Das größte Problem ist die Gefahr, dass unsere Akzeptanz in der Öffentlichkeit zunehmend weniger wird", sprach Lars Bittermann von der Agrargenossenschaft Reichenbach klare Worte.

Er gehört zum Vorstand des Regionalbauernverbandes Vogtland, welcher die Linken-Politiker Kathrin Kagelmann, Janina Pfau und der Bundestagskandidat Maik Schwarz aus Jößnitz in der Milchwirtschaft Dehles eG zum Erfahrungsaustausch empfing. Es sei vor allem der Begriff Massentierhaltung, der völlig undefiniert verwendet werde, so Bittermann. Egal, ob die Tiere in dem Betrieb gut oder nicht gut gehalten werden.

Landwirtschaft im Einklang mit Natur und Umwelt

"Wir wollen andere Kriterien haben, die zeigen, wie wir die Tiere halten." Objektiv und wissenschaftlich fundiert sowie das Tierwohl beschreibend. "Es kann nicht sein, dass wir als Tierquäler bezeichnet werden. Wir wollen Objektivität. Das muss über die Politik laufen." Kagelmann sprach die Balance an, die man hinbekommen müsse. "Dass der Bauer von seiner Arbeit und den Preisen leben kann, andererseits brauchen wir Landwirtschaft, die mit der Natur und Umwelt im Einklang steht."

Dass mein keinen staatlichen Einfluss auf den Milchpreis wolle, stellte Bittermann ebenso klar dar. Es funktioniere nicht, wie die Milchquote gezeigt habe. "Ein staatliches Tierwohl-Label, das wäre eine intelligente Marktbeeinflussung."

Viele andere Probleme sprachen die erfahrenen Landwirte an: Christian Kluge-Sammer, Chef der Milchwirtschaft Dehles, meinte, dass man effiziente Technik habe und sich trotzdem immer wieder auf dem Weltmarkt behaupten müsse. Weil die Gesetze so hoch angelegt seien in Deutschland. Weitere Themen waren ökologische Landwirtschaft, Trinkwasserbelastung durch Nitrat und Pflanzenschutzmittel. Auch Ausgleichsflächen, die oft vom Ackerland genommen werden. Oder Photovoltaik auf den Flächen. "Es ist unvernünftig, wertvolles Ackerland zu verbauen", so Ulrich Gündel.