Bei den Apothekern geht die Angst um

Urteil Europäischer Gerichtshof hat zugunsten des Versandhandels entschieden

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Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas. Foto: Karsten Repert

Auerbach . Sterben nach den Tante-Emma-Läden nun auch die Apotheken? Diese Frage drängt sich auf. Denn das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH) schwächt die Apotheken im ländlichen Raum. Der EuGH hat entschieden, dass EU-ausländische Versandapotheken nicht zur Einhaltung der Arzneimittelpreisverordnung verpflichtet sind, wenn sie verschreibungspflichtige Medikamente an Kunden in Deutschland versenden. Damit haben sie einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber den deutschen Apotheken. Apothekerin Daniela Hänel schimpft: "Das ist die falsche Richtung. Es geht um tausende Arbeitsplätze." Wo Versandhandel hinführt, kann in den 16 vogtländischen Städten jeder sehen. Bundesweit gibt es 20.000 Apotheken mit rund 155.000 Arbeitnehmern. Das Problem: Die internationalen Ordnungshüter wollen Konkurrenz zulassen. Das ist gut. Doch genau an der Stelle gibt es noch einen zweiten, viel schlimmeren Konflikt. "Die Apotheke ist Anlaufpunkt für tausende ältere Menschen im Vogtland. Sie sind froh, wenn sie ihre Wehwehchen mit jemandem besprechen können, der sich Zeit nimmt, das Problem versteht und eine Lösung findet", berichtet Daniela Hänel, die in Plauen und Zwickau zwei Apotheken betreibt. Bei der Bundestagsabgeordneten Yvonne Magwas beschwerten sich vergangene Woche sieben Apotheker aus dem Göltzschtal. Die CDU-Politikerin verspricht: "Ich mache mich stark für den Erhalt einer Preisstabilität und befürworte ein Versandhandel-Verbot in diesem Zusammenhang." Einen entsprechenden Gesetzentwurf gibt es demnach.