Bei Pausaer Karnevalisten kriegen Politik und Frauen ihr Fett weg

Fasching Ums große Geld und Glück im Spiel geht es bei den Pausaer Karnevalisten diese Saison. Und bei Frank Olzscha bekommt sowieso jeder sein Fett weg.

Pausa. 

Pausa. Auf große Casinotour gehen die Pausaer Faschingsnarren in diesen Tagen, schließlich feiert man das 35-jährige Jubiläum. Ob mit Tanz, Sketchen oder in der Bütt, es lautet das Motto: "Der FCP macht großes Kino - zum 35. geht's ins Casino". Als der Bote des Pausaer Faschingsclubs gilt Frank Olzscha, der Präsident. Wenn er in die Bütt steigt, ist keiner sicher. Die Politik sowieso nicht, diesmal aber legte er sich gewaltig mit der Damenwelt an. Das klang dann zur Gala am Freitagabend in Pausa so "Meine Frau wollte ins Möbelhaus, eine neue Brücke fürs Schlafzimmer kaufen. Da habe ich ihr gesagt: Wo kein Verkehr ist, da kommt auch keine Brücke hin!." Und als sie ihren Kleiderschrank ausmistete, um Sachen an Arme und Hungernde zu verschenken, meinte er: "Wem deine Klamotten passen, der hungert nicht."

Danach erzählte Olzscha noch von jener Frau, die sich einst eine Rose auf die Haut hat tätowieren lassen. "Heute ist ein Kopfsalat draus geworden." Und als er vor dem Rathaus in Pausa vor der Schmierstub' eine junge hübsche Frau traf, und sie berichtete, dass sie aus Paris komme, meinte Frank Olzscha zu ihr: Das trifft sich gut, ich habe noch einen Landsmann von Ihnen in der Tasche." Und schließlich war doch noch die Politik an der Reihe: "Die Regierung ist wie die Bar in einem Vier-Sterne-Hotel. Alles voller Flaschen, für die wir viel zu viel bezahlen." Keine Frage, der FCP-Präsident hatte die Lacher auf seiner Seite.

Nicht hinter dem Berg mit ihrer Meinung halten auch Stammtischler Christoph Birkholz und Hartmut Wagner. "Wer für jeden Semmel einen Kassenbon verlangt, hat den Verstand verloren. Oder im Puff für jede Nummer. Oder im Casiono für jeden Jeton." Dann stand die Frage im Raum: "Wer hat sich eigentlich das diesjährige Motto einfallen lassen. Bestimmt der Präsident, der ins Casino geht und immer gewinnt und es erzählt, auch wenn's nicht so war. " Bestimmt gebe es in dem Nobelschuppen nicht mal Bier. Und dann war da noch der Enkel, der auf dem Baum des einen Stammtischlers die Tätowierung las: Anke. Der Kleine fragte. "Warum steht da Anke?. Oma heißt doch Karin." Erklärte der Opa im Hinblick auf alte Zeiten "Atomkraft, nein danke, heißt es, wenn ich den Baum hochhebe." Und warum machen die Leute immer Selfies? "Weil sie an ihrer Existenz zweifeln."

Dass das Domizil des Faschingsvereins, wo seit jeher die Veranstaltungen abgehalten werden, auf der Kippe steht, war natürlich auch ein gefundenes Fressen als Faschingsthema. "Ach Bürgerhaus, vor 100 Jahren warst du erbaut, dich zu schließen hätte sich keiner getraut", so Frank Olzscha. Man habe geraucht und keiner habe eine Brandschutzverkleidung gebraucht. "Und heute soll das nicht mehr geh`n, wer soll den Wahnsinn versteh`n". Die Stammtischler indes hätten gehört, das sich der Präsident auf den Weg nach Leipzig gemacht haben soll, wegen dem Brandschutz.

Verschont blieb der neue Bürgermeister Michael Pohl. Auch Johnny Ansorge, der Ex-Bürgermeister, der im Publikum saß, bekam diesmal - im Gegensatz zu all den Jahren zuvor - von Frank Olzscha nichts ab. Dafür wunderte sich André Dunger im Sketch mit Gabi und Jessica Goller, dass der Pausaer Bürgermeister so jung aussieht. "Der hat wohl eine Verjüngungskur gemacht." Dann erfuhr er: "Das ist doch der Neue für Pausa minus Mühltroff." Dafür mache der Jonny jetzt jeden Tag blau, der habe es schön." Und der Neue müsse sehen, wie er mit dem Schuldendorf zurecht komme.

Im ausverkauften Saal wurde zwischendurch mächtig getanzt. Das Kinderballett rockte zu "I was made for livin you", zu Lady-Gaga-Klängen wirbelten die Teeny über die Bühne. Auch das FCP-Ballett bezauberte das Publikum. Das musikalische Ministerduo "MUMiDU" lud die Leute zum Mitsingen ein. Reiner Pätz spielte Klavier, und Sven Gerold sang: "Mein liebstes Möbelstück ist der Kühlschrank. Wir ergänzen uns so toll, denn einer von uns ist immer voll." Was es noch zu erleben gab? Die drei Tenöre, die glorreichen Sieben, Bollywood und natürlich das große Finale.