Beim Hoffest Ziegen streicheln und Käse selbst machen

Event Hoffest in Langenbach lockt viele Besucher

Foto: Simone Zeh

Langenbach. Es scheint ein Stück Landwirtschaft zu sein, wie es die Leute dem Zeitgeist nach immer mehr mögen: Keine Spur von Massentierhaltung, genug Stroh in den offenen Ställen, Tiere, die sich offenbar wohlfühlen. Vielleicht ein Grund, warum das Hoffest so beliebt ist, dass man sogar auf Durchreisende trifft.

Wenn Annette Meißgeier, Chefin des Ziegenhofes in Langenbach, zum Hoffest ruft, kommen sie: Familie, Freunde und Verwandte. Sie alle packen mit an, um den Besucheransturm, so wie er am vorigen Samstag war, zu bewältigen. Nicole Schellhorn buk die Ofendetscher nach altem Familienrezept auf der Ofenplatte, Röstbrätel und Roster aus Ziegenfleisch grillte Achim Kessel. Zickel am Spieß und natürlich alle möglichen Sorten an Ziegenkäse waren beliebt, die in einer Schlange stehenden Leute zeigten dies.

Hier wird alles selbst gemacht

"Erstmals in diesem Jahr gibt es auch unser Ziegeneis", sagt Annette Meißgeier. Zum Hoffest beginnt die Eissaison, die dann bis zum Herbst reicht. Ob Banane, Vanille oder Erdbeer, es gibt alle möglichen Sorten, die mit Ziegenmilch zubereitet werden. "Das Eis lassen wir aber herstellen", sagt die Chefin. Und auf den Markt verweisend. "Es ist alles selbstgemacht, alles Handwerkskunst, was hier angeboten wird."

So sucht sich die Langenbacherin vorher genau ihre Marktstände aus. Zum Angebot, welches vom Hof an den Ställen vorbei bis zur Wiese reichte, gehörten Kräuter und Tees, Näharbeiten, Blumen oder auch Hüte. Honigsorten aus Grobau waren ebenso zu haben wie Fruchtaufstriche aus Mühltroff. Auf die Kinder warteten Bastelangebote.

Landwirtschaft weit entfernt von Massentierhaltung

Dass man beim Hoffest den Tieren ganz nahe kommt, gefiel kleinen und großen Besuchern. Steffen Jentzsch war aus Kürbitz mit Enkelin Emy gekommen. Die Kleine auf den Schultern des Opas hatten den besten Blick in den offenen Stall, in welchem sich im Stroh die Ziegen tummelten und neugierig drein blickten.

Auch Bodo und Marion Blumentritt aus Mörsdorf bei Stadtroda schauten sich die Ställe an. "Wir sind eigentlich auf der Durchreise." Da habe man spontan einen Halt eingelegt. Neben den Ziegen konnte man auch Schweine beobachten, die sich im Stroh offenbar ebenfalls wohlfühlen. Landwirtschaft, die ein Bild weit weg von heute mehr und mehr umstrittener Massentierhaltung vermittelt.

Bei der Käse-Herstellung herrscht ein großer Andrang

Dass die Leute gerne ihren ganz persönlichen Käse machen, scheint zuzutreffen. "Wir haben mit der Hofkäse-Schule, die heute bei uns ist, drei Durchgänge. Alle drei sind ausgebucht", so Annette Meißgeier. Das wären insgesamt 60 Käsemacher-Schüler. Vielleicht lag's aber auch an den Herzen, die gemacht wurden, ein außergewöhnliches Muttertags-Geschenk stellten sie allemal dar.