Benjamin Meschke bleibt bis zum letzten Tag Leipziger

Handball Plauener Profi-Handballer verlässt den SC DHfK Richtung Balingen

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Für Leipzig hat Kreisläufer Benjamin Meschke (rechts) alles gegeben. Links im Bild: Torwart Felix Storbeck. Foto: Karsten Repert (Archiv)

Leipzig/Plauen. Neustart für Handballprofi Benjamin Meschke. Der Plauener drückt beim SC DHfK Leipzig unter Neu-Trainer Michael Biegler (57 Jahre) beinahe ständig die Bank. Nun trennen sich die Wege vom Kreisläufer und dessen Wunschverein. Die Fans sind traurig. Doch "Benny" lässt sich nicht unterkriegen. Längst hat der 27-Jährige einen neuen Verein gefunden.

Kein böses Wort: Benny liebt Leipzig

"Der Profisport ist kein Wunschkonzert. Ich hatte eine geile Zeit in Leipzig für die ich dem Verein, den Fans und allen, die mir geholfen haben, sehr dankbar sind." Zur neuen Situation nach dem Trainerwechsel in Leipzig sagt der Plauener nur: "Ich habe alles für den Verein gegeben und mir den Hintern aufgerissen. Ich bin topfit und ich werde bis zum letzten Tag ein Leipziger sein."

Dass der 1,96-Meter-Hüne unter Trainer Christian Prokop (39 Jahre) zur Stütze im Leipziger Angriff geworden war, das spielt nun keine Rolle mehr. Prokop ist inzwischen Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Und Benjamin Meschke bleibt nur, dass er beim SC DHfK über 100 Spiele absolviert hat und die bisher erfolgreichste Zeit in der Klubgeschichte nach dessen Neustart ganz aktiv mit gestalten durfte.

Der Druck in dieser Liga ist enorm

Benjamin Meschke ist mit seinem Verein in der vergangenen Spielzeit immerhin Tabellenachter geworden in der 1. Bundesliga, die von vielen Experten als die stärkste Liga der Welt angesehen wird. Der Internationale Druck ist es vermutlich auch gewesen, weshalb die Macher in Leipzig künftig eher auf neue Sportler aus Dänemark, Tschechien, Polen oder Österreich setzen werden.

Benjamin Meschke nimmt das hin. "Dazu möchte ich nichts sagen. Das liegt nicht in meiner Hand. Wenn kein neuer Vertrag zustande kommt, muss man das als Spieler akzeptieren." Dass am Ende ein Trainer "über Leben und Tod" entscheidet, Profisportler wie Benjamin Meschke sind sich dessen bewusst. Der Student bastelt gerade an seiner Masterarbeit in den letzten Zügen und verlässt dann die geliebte sächsische Heimat.

An der Rückkehr wird bereits gearbeitet

"Aber ich spiele natürlich bald wieder in Leipzig", lacht der 110-Kilo-Hüne. Er wechselt zum HBW Balingen-Weilstetten in den Großraum Stuttgart. In Baden-Württemberg traut man dem Vogtländer eine führende Rolle in Angriff und eben auch in der Abwehr zu. Das war in Leipzig nicht so. "Balingen hatte quasi einen Betriebsunfall, ist letztes Jahr aus der 1. Bundesliga abgestiegen und nächste Saison soll es wieder hochgehen", hofft Benjamin Meschke auf eine schnelle Rückkehr in die Erstklassigkeit.

Wenn sein Plan aufgeht, dann könnte dieser kleine Schritt zurück für ihn bald zwei Schritte nach vorn bedeuten. Und eben auch die einmalige Rückkehr nach Leipzig. "Ich möchte ein kompletter Kreisläufer werden, der auch in der Abwehr Einsatzzeit bekommt", kündigt er an.

Zur Person

Benjamin Meschke begann in seiner Heimatstadt Plauen mit dem Handball. Bis 2005 spielte er beim SV 04 Oberlosa. Im Sportgymnasium des SC Magdeburg bekam er danach das Rüstzeug für eine große Kariere. Benjamin Meschke gehörte zum Kader der Deutschen Jugend- und Junioren-Nationalmannschaft, für die er über 50 Länderspiele bestritt.

Seine Laufbahn begann in der Saison 2011/12 beim Zweitligisten HC Empor Rostock auf. In der Folgesaison wechselte Benjamin Meschke zu Post Schwerin, wo es ebenso zur Insolvenz kam, sodass sich der Plauener fortan Eintracht Hildesheim anschloss. Von 2013 bis 2015 spielte er für den Bundesligisten Bergischer HC. Seit drei Jahren läuft Meschke für den SC DHfK Leipzig auf. Zur Saison 2018/19 wechselt er zum HBW Balingen-Weilstetten.