Breitband-Ausbau in Plauen verzögert sich

Glasfasernetz Stadtwerke Strom wollen wegen steigender Tiefbaupreise aus Vertrag

Plauen. 

Plauen. Das schnelle Internet kommt in Deutschland nur schleppend voran. Jetzt verzögert sich der Anschluss von 1.600 Plauener Haushalten und Gewerbeeinheiten. Das gab Landrat Rolf Keil bekannt. Demnach wollen die Stadtwerke Strom Plauen aus den mit dem Vogtlandkreis abgeschlossenen Verträgen aussteigen.

Das war nicht absehbar

"Der schriftliche Antrag der Stadtwerke zur Vertragsauflösung ging am Montag bei uns im Landratsamt ein", teilte Rolf Keil im Rahmen einer Pressekonferenz mit. Der Grund: Im Kabeltiefbau und in der Bereitstellung von technischem Equipment ist es zu einer Kostenexplosion gekommen. Auf BLICK-Nachfrage bestätigte Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Strom den Sachverhalt. "Unser Land hat sich sehr lange mit den Investitionen in ein modernes Glasfasernetz zurückgehalten. Jetzt bauen quasi alle zeitgleich. Wenn es schnell gehen muss, kostet es mehr. Ein derartiger Preisanstieg aber war so im Februar 2018 nicht absehbar."

Konkret erhielten die Stadtwerke Strom für fünf Plauener Fördergebiete den Zuschlag. Peter Kober, Geschäftsführer der Stadtwerke Strom Plauen, sprach am Telefon von einer Verdopplung der Preise. Zwar hatte man sich bemüht, die Wirtschaftlichkeitslücke durch zusätzliche Zuschüsse auszugleichen. Landrat Rolf Keil musste jedoch feststellen: "Die Fördermittelbehörde hat eine Erhöhung der vereinbarten Zuschüsse von bisher sieben auf 14 Millionen Euro abgelehnt." Ralf Oberdorfer ergänzt: "Die Verantwortlichen haben das Angebot zum damaligen Stand nach bestem Wissen und Gewissen abgegeben. Es wäre für das sehr gesunde Unternehmen gefährlich, jetzt am Vertrag festzuhalten."

Suche nach einer akzeptablen Lösung

Abschließend stellt Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Kober fest: "Wir mussten eine unpopuläre Entscheidung treffen, die sehr wehtut." Das Unternehmen unterhält bereits ein Glasfasernetz im Stadtgebiet, mit dem rund 22.000 Kunden belieferbar sind. Dort gibt es keinerlei Einschränkungen. Derweil sucht Landrat Rolf Keil nun "im Interesse der betroffenen Plauener Bürger nach einer für alle Seiten akzeptablen Lösung."