Bronzegewebe aus Pausa für Wasserzeichen

Mutmacher Drahtweberei hat in 100 Jahren so manche Krise gemeistert

Pausa. 

Pausa. Die Drahtweberei Pausa begeht dieses Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum. Gefeiert werden soll wegen Corona nächstes Jahr. "Wir haben aber zum Jubiläum 2020 einen Bildkalender herausgebracht", sagt Frank Windrich, der seit 2005 Werkleiter ist. Auf den Monatsblättern kann man die lange Firmengeschichte nacherleben. Es gab zwei markante Firmenbrüche: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb Volkseigentum. Besitzer Wilhelm Achilles verließ die DDR. Der zweiter Umbruch folgte mit der Wende. "Die Treuhand verwaltete den Betrieb, der Investor, der die Firma übernahm, hatte kein Interesse, verkaufte Grundstücke und Maschinen", so Frank Windrich. 1993 schloss das Werk. Zum Glück gab es zwei ehemalige Mitarbeiter, Gerhard Langer und Hans-Jürgen Weiland, die den Betrieb mieteten und die Produktion wieder aufnahmen. "Ohne sie wäre ein Neustart nicht gelungen", so der Werkleiter. Die Rolf Körner GmbH, die schon Kunde war, übernahm im Jahr 2000 den Pausaer Betrieb als Tochterfirma. Das ermöglichte der Pausaer Drahtweberei weitere Investitionen. Heute zählt das Werk knapp 40 Mitarbeiter. "Wir beliefern Erzeuger, die unsere Produkte weiter verarbeiten", sagt Windrich. "Meistens verwenden wir Edelstahl." Gearbeitet wird an vielen Jahrzehnten alten Webstühlen, die durch ihre Flexibilität und Robustheit für die Herstellung von Spezialgewebe gut geeignet sind. "Wir haben 19 Webmaschinen im Einsatz", sagt der Werkleiter. Die älteren Maschinen wurden mit Steuerungen modernisiert. Hinzu kam eine vollautomatische Webmaschine. "Unser Umsatz liegt bei 3,5 Millionen Euro und wir wollen weiter wachsen." Man ist Zulieferer für Auto-, Küchen- und Hygieneartikelhersteller. Die Produktion von Egoutteuren, mittels welchen Wasserzeichen für Fein- und Wertpapiere erzeugt werden, ist ein wichtiger Geschäftszweig. Und: Mit nur wenig Kurzarbeit konnte jetzt auch Corona überstanden werden - es gab keinen dritten Firmenbruch.