Bürgerbusse im Vogtland und in Franken auf der Überholspur

Zu Gast bei den Busfahrerinnen und Busfahrern im Landkreis Kulmbach

Auerbach/Bayreuth

Über den Tellerrand schauen und voneinander lernen. Mit diesem Ziel haben sich die ehrenamtlichen Busfahrer der Nachbarregionen Vogtland, Frankenwald und Fichtelgebirge ausgetauscht. Im Rahmen der jährlichen Bürgerbusexkursion besuchten die Vogtländer das Dampflokmuseum in Neuenmarkt im Landkreis Kulmbach. Monja Heinrich vom Verkehrsverbund Vogtland (VVV) und Carmen Hahn als Mobilitätsmanagerin des Landratsamtes Bayreuth hatten das interessante Aufeinandertreffen organisiert. Schnell wurde deutlich: So vielfältig wie die Mobilität und der ÖPNV selbst sind auch die Betreibermodelle der Bürgerbusprojekte in Ost und West.

 

Bürgerbusse gibt es in der Bundesrepublik schon seit 1989

 

Zum Vergleich: Im Vogtland betreibt ein Verein seit acht Jahren in drei Städten die Bürgerbuslinien. In Franken hingegen kümmert sich das Landratsamt in Bayreuth um zehn Bürgerbuslinien. Die Stabsstelle Regionale Entwicklung am Landratsamt organisiert mit seinem zwölfköpfigen Team die Bürgerbus-Projekte. Wissenswert: Die ersten Bürgerbusse rückten 1989 im bayrischen Schwandorf aus. Im gleichen Jahr folgte der Landkreis Bayreuth. In Oberfranken erlebt man die unaufhaltsame Weiterentwicklung der Bürgerbus-Initiativen. Mit Gefrees, Warmensteinach, Mehlmeisel, Fichtelberg und Bischofsgrün wurden vor anderthalb Jahren fünf weitere Orte rund um den Ochsenkopf mit diesem zusätzlichen Nahverkehrsangebot ergänzt.

 

Ein aufschlussreicher Austausch

 

Die Bürgerbusgruppe des Landkreises Bayreuth freute sich riesig über den Besuch aus Bad Elster, Adorf und Lengenfeld. Mobilitätsmanagerin Carmen Hahn sprach anschließend von einem sehr lockeren und aufschlussreichen Austausch. "Es wurden technische, strukturelle und organisatorische Unterschiede besprochen", resümierte die Verantwortliche vom Landratsamt in Bayreuth. Die Routen werden mit vier Kleinbussen/Sprintern (nicht barrierefrei) hauptsächlich vormittags bedient. Das Landratsamt regelt eigentlich alles. Angefangen von den Fahrplänen und Konzessionen, über den Dienstplan, die Fahrzeugbeschaffung, Instandhaltung bis hin zu deren Abstellung auf Betriebshöfen und sämtliche Kosten. Die Franken nutzen ihr eigenes, einfaches Tarifsystem. Fahrscheine des ÖPNV werden gleichzeitig anerkannt.

 

Nächstes Jahr besuchen die Franken das Vogtland

 

Der vergleichsweise ganz junge Bürgerbus Vogtland e.V. ist im Vergleich seit 2018 in drei Städten auf vier Linien mit barrierefreien Kleinbussen unterwegs. Wirtschaftlich läuft alles mit Kassen des Plauener Omnibusbetriebes (POB), wodurch man direkt im Verbundtarif Vogtland des VVV unterwegs sein kann. Die Aufgabenteilung zwischen Städten, POB und VVV hat sich als kostengünstiges Betreibermodell bewährt. Auch im Vogtland arbeiten alle Fahrerinnen und Fahrer ehrenamtlich. "Ein Gegenbesuch ist bereits für nächstes Jahr im Vogtland anvisiert", verrät Monja Heinrich.

 

Fahrerinnen und Fahrer werden immer gesucht

 

Der Elsteraner Bürgermeister Olaf Schlott ist der Vorsitzende des BürgerBus Vogtland e.V.: "Alle am Fahrdienst Interessierten bitte ich darum, sich bei den Bürgermeistern der drei Städte zu melden. Fahrerinnen und Fahrer sind natürlich unser Lebenselixier", betont der Vereinsvorsitzende. Die Bürgerbusse sind im Vogtland inzwischen ebenso auf der Überholspur wie in der fränkischen Nachbarregion. Bald durchbrechen die Vogtländer eine Schallmauer, wenn der 100.000ste Fahrgast zusteigt.

 

Stadtverwaltung Adorf, Telefon 037423 57513, E-Mail [email protected]

Stadtverwaltung Bad Elster, Telefon 037437 56610, E-Mail [email protected]

Stadtverwaltung Lengenfeld, Telefon 037606 3050, E-Mail [email protected]

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