• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen
Vogtland

Bus als fahrende Botschaft: UNESCO-Weltkulturerbe-Bewerbung übergeben

Kultur Mobiler Begleiter der Stadt Reichenbach

Reichenbach. 

Reichenbach. Die Göltzschtalbrücke, die größte Ziegelsteinbrücke der Welt, ist 170 Jahre alt geworden. Damit zählt sie zu den ältesten Zeugnissen der deutschen Eisenbahngeschichte. Der Vogtlandkreis hat der Stadt Reichenbach einen Bus übergeben, der ein Unikat ist und extra für die Bewerbung des Titels UNESCO-Weltkulturerbe gestaltet wurde. Er soll der mobile Begleiter für die Stadt Reichenbach sein - wenn man so will eine fahrende Botschaft.

Der Bus kann zur Ankündigung von Veranstaltungen, beim Einsatz in Schulen, Messen, zu Wettbewerben, im Marketing der Stadt und vielen andern Anlässen zum Einsatz kommen. Dabei ist der Innenraum veränderbar und kann dem Anlass aktuell angepasst werden. Die Busgestaltung würdigt die Innovation in Bau und Technik und den Fortschritt in der Mobilität von Menschen und Gütern von damals und heute. "Mögen mit dem Bus möglichst viele Fahrgäste an das historische Ereignis erinnert sein und über die Historie eine aktuelle Brücke zum Heute schlagen. Brücken, Schienen und Straßen verbanden einst die Menschen und tun es heute immer noch", würdigt Landrat Rolf Keil den historischen Anlass und das freudige Ereignis der Busübergabe.

Rund acht Millionen Euro investiert

Die Grafik nimmt bewusst das Motiv der bisherigen Gestaltung von Plus- und TaktBussen auf, um das Vogtland als Ferienregion zu präsentieren. Mit dem Bildnis von Johann Andreas Schubert, dem Planer der Göltzschtalbrücke und der Saxonia, die eine ingenieurtechnische Meisterleistung ist und der Göltzschtalbrücke selbst, symbolisiert die Gestaltung des Buses den technischen Fortschritt, der damals ein ganzes Land in Bewegung setzte. Mit dem ÖPNV-Konzept "Vogtlandnetz 2019+" soll eine neue Tür zur Mobilität aufgeschlagen werden. Die Bietergemeinschaft POB und VGV als Gewinner der europaweiten Ausschreibung hat im Zeitraum von 2019 unmittelbar vor Betriebsaufnahme des Konzepts "Vogtlandnetz 2019+" bis jetzt 57 Omnibusse angeschafft. Die Investitionssumme liegt bei 7.989.772 Euro, davon sind 1.370.000 Euro Förderung, informiert die Kreisbehörde. Hinzu kommen noch die Investitionen in Omnibusse, die durch die Subunternehmer vorgenommen worden sind.

Gute Neuigkeiten brachten Landrat Rolf Keil und Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas zudem aus Berlin zum Termin mit. In einer Konferenz wurde die Elektrifizierung der Strecke Hof - Nürnberg besprochen. Seit vielen Jahren ist es nicht nur der Wunsch des Landrates, sondern auch vieler Bürgerinnen und Bürger, das Vogtland wieder an das Fernverkehrsnetz anzuschließen. Aktuell gibt es keine Fernverkehrsverbindung im Vogtland, weder nach Berlin, Leipzig, Nürnberg oder München noch in den tschechischen Raum. Wesentliche Voraussetzung für diese Verbindung ist die Elektrifizierung der sogenannten Sachsen-Franken-Magistrale.

Phasen 3 und 4 gehen noch dieses Jahr in Auftrag

Nach vielen Jahren kam nun die Zusage vom zuständigen Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, dass die Planung für die sogenannte Leistungsphase 3-4 noch in diesem Jahr in Auftrag gegeben wird. Diese Phase ist entscheidend für die Umsetzung der Elektrifizierung. Landrat Rolf Keil und Yvonne Magwas sind sich einig, dass die Elektrifizierung der Bahnstrecke sehr wichtig ist, um die Region zukunftsfähig zu machen. "Insbesondere mit der Verkehrswende, im Zuge derer der Vogtlandkreis den ÖPNV fördern möchte, ist eine Anbindung an den Fernverkehr unerlässlich", so der Landrat. Yvonne Magwas sieht die Elektrifizierung vor allem auch als positives Zeichen für die Klimaneutralität: "Die Wirtschaft benötigt CO2-neutrale Verkehrssysteme sowie eine CO2-neutrale Logistik. Aktuell werden jedoch beispielsweise die Elektroautos, welche im Leitwerk der Elektromobilität in Mosel bei Zwickau produziert werden, noch per Diesellok transportiert. Das setzt natürlich kein gutes Zeichen." Handlungsbedarf besteht aus Sicht der Bundestagsabgeordneten auch, weil verschiedene Gutachten feststellten, dass der gesamte oberfränkische Raum der einzige Teil Deutschlands ist, der noch nicht elektrifiziert wurde. Hier müsse gehandelt werden.



Prospekte & Magazine