Chinesen vertrauen dem Vogtländer

Wirtschaft Plauener Unternehmen soll in Asien schadstoffbelastetes Erdreich brauchbar machen

Die Chinesen setzen auf das Know-how der Vogtländer. Das Unternehmen M&S-Umweltprojekt soll helfen, schlimme Umweltsünden zu bereinigen. Geschäftsführer Dr. Bernd Märtner war vor zehn Jahren schon einmal in China. Diesmal gehörte der 52-Jährige zu 100 Wissenschaftlern und Unternehmern, die auf Betreiben des sächsischen Staatsministeriums eine Woche lang über gemeinsame Projekte berieten. "Vor zehn Jahren waren der Stellenwert der Umwelt und auch die Löhne in China erschreckend niedrig. Das ist jetzt in den Millionenmetropolen ganz anders. Es gibt interessante Betätigungsfelder", schätzt der Diplom-Ingenieur ein. Sein Unternehmen - die M&S Umweltprojekt GmbH wurde 1991 gegründet - expandiert nach wie vor. Bundesweit ist die Plauener Firma inzwischen an neun Standorten präsent. Geschäftsstellen und Repräsentanzen gibt es in Litauen, Russland und Tschechien. 73 Mitarbeiter sind fest angestellt, die Mehrheit sind Ingenieure. Auch Aufträge in Italien, Belgien und Polen gehören zum Tagesgeschäft. Altlasten-Probleme gibt es überall. Im chinesischen Wuhan ist zum Beispiel das Gelände einer Farbenfabrik auf 20 Hektar Fläche bis in 13 Meter Tiefe mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen verseucht. "Etwa 300.000 Kubikmeter Erdreich müssen so behandelt werden, dass keine Gefahren mehr von ihnen ausgehen und das Gelände neu genutzt werden kann", beschreibt Märtner die knifflige Aufgabe. Die Chinesen trauen sich selbst ein solches Projekt nicht zu. Dem deutschen Ingenieur und seinem Team aber vertrauen sie. Das Know-how der Plauener, mit geeigneter Technik geologische Herausforderungen im Bereich des Umweltschutzes zu meistern, ist sogar in der größten Stadt der Welt von Interesse. In Chongqing (32 Millionen Einwohner) soll auf 1.000 Hektar ein Senioren-Wohngebiet entstehen. kare