Corona-Pressekonferenz: Es geht los

Virusgefahr Mediziner bereiten sich auf Erkrankungswelle vor

Plauen. 

Plauen. Alle Verantwortlichen wirken verständlicherweise angespannt. Die Covid-19-Welle kommt auf das Vogtland zu. Zur Corona-Pressekonferenz stellte der Diplom-Mediziner Andreas Lonitz als amtierender Leiter des Gesundheitsamtes klar: "Keiner weiß zu Beginn einer Pandemie, ob die aktuellen Maßnahmen nicht übertrieben sind. Das können wir erst hinterher sagen. Im Augenblick ist es unsere Pflicht alles dafür zu tun, alte und Menschen mit Vorerkrankung vor einer Infektion zu schützen." Im gesamten Vogtlandkreis waren bis Dienstagmittag erst zwei Corona-Virusinfektionen bestätigt. Das wird natürlich nicht so bleiben. Die Fallzahlen steigen in den kommenden Tagen. Das ist sicher.

Die Virusinfektionen verlaufen sehr unterschiedlich

Derzeit meldet das Gesundheitsamt zudem 18 registrierte Personen mit begründetem Krankheitsverdacht sowie 44 Personen in häuslicher Absonderung. Letztere Personengruppe hatte Kontakt mit nachweislich an Covid 19 erkrankten Menschen. Es besteht somit Ansteckungsverdacht. Nach der dritten Krisenstabssitzung des Landratsamtes ließ Andreas Lonitz wissen: "Wir versuchen alle Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes umzusetzen. Keiner von uns hat schon einmal eine Pandemie erlebt. Die Sterblichkeitsrate im Falle einer Erkrankung liegt im Durchschnitt bei unter fünf Prozent." Nach Einschätzung des Mediziners verlaufen die Virusinfekte sehr unterschiedlich. "Manche merken so gut wie gar nichts, andere erkranken hingegen schwer. Wir werden für die Intensivbehandlung der schweren Fälle zusätzliche Betten vorhalten", kündigt der amtierende Leiter des Gesundheitsamtes an. Weil vor allem Vorerkrankte mit Lungenproblemen besonders gefährdet sind, wird man versuchen auch freie Beatmungsplätze vorzuhalten.

Jeder Bürger kann sich in Ruhe informieren

Ganz wichtig ist nach Einschätzung von Geschäftsbereichsleiter Dr. Uwe Drechsel folgende Information: "Es wird und muss sich alles in den vorhandenen medizinischen Einrichtungen abspielen. Es wird keine Corona-Notfallpraxen oder zentrale Anlaufsstellen geben. Denn die Erkrankten müssen sich auf alle Einrichtungen verteilen, sonst droht einzelnen Häusern unter Umständen die Überlastung." Was genau zu tun ist, wenn jemand Fragen hat, das ist inzwischen auf mehreren Internetportalen für jeden verständlich in Antwortkatalogen erklärt. Wer trotzdem Fragen hat, der möchte bitte nicht ins Landratsamt gehen, sondern sich unter den Rufnummern 03741-300-3570, -3571 oder -3572 telefonisch melden. Im Callcenter wurde die Zahl der Mitarbeiter von drei auf sechs verdoppelt, weil zwischenzeitlich zu viele Anrufe eingingen. Das Gesundheitsamt betont: "Bei Verdacht auf Corona wenden sich Betroffene bitte an den telefonischen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 03741-116117 oder an den Hausarzt."

Keiner verhungert: Hamstereinkäufe sind nicht nötig

Landrat Rolf Keil erwartet für Dienstag eine Allgemeinverfügung des Sächsischen Landtages. Denn die Bevölkerung kann nicht verstehen, weshalb in den Landkreisen des Freistaates mitunter vollkommen unterschiedliche Entscheidungen bei gleichem Sachverhalt getroffen wurden. "Wir brauchen einen einheitlichen Maßnahmenkatalog", fordert die Landkreisverwaltung in Plauen. Dr. Uwe Drechsel stellte dazu fest: "Es ist doch logisch, dass die Menschen mit dem Kopf schütteln, wenn hier die eine Disco schließen muss und woanders darf sie geöffnet bleiben." Alle Informationen für Vogtländer zum Corona-Virus gibt es auf der Internetseite www.vogtlandkreis.de Wichtig ist: Insgesamt gesehen wird das Corona-Virus nach aktueller Einschätzung für die überwältigende Mehrheit der Bürger keine schwere Erkrankung zur Folge haben. Es ist auch nicht nötig, sich durch Hamstereinkäufe für mehrere Wochen oder gar Monate einzudecken. Unternehmer Robby Clemenz vom größten Elektro-Betrieb des Vogtlandes erklärte auf Nachfrage: "Wir werden alle etwas verlieren, aber das wissen wir jetzt seit Tagen. Lasst uns zusammenhalten und diese Zeit in einer Solidargemeinschaft überstehen. Das Vogtland kann das. Das V ist nicht das Virus. Das V sind wir!" Robby Clemenz ist Geschäftsführer der Elektrotechnik Plauen GmbH und Chef von 100 Mitarbeitern.

Update, 18 Uhr:

Auch in schwierigen Zeiten als Dienstleister für die Plauener da zu sein, das sieht Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer als Pflicht für die Verwaltung. Innerhalb der derzeitigen besonderen Situation müsse das allgemeine Angebot  jedoch verantwortungsvoll angepasst und heruntergefahren werden. "Wir müssen die Tätigkeiten auf die allernotwendigsten Vorgänge reduzieren und bitten die Bürger auch um Verständnis, dass direkter Kontakt mit den Mitarbeiter*innen auf ein Minimum beschränkt wird", so der Oberbürgermeister. Fakt ist: Geöffnet ist die Verwaltung zu den bekannten Öffnungszeiten. Zugang zum Bürgerbüro ist möglich. Aber: In die Bereiche kommen Bürger nur in dringenden Ausnahmefällen nach vorheriger Terminvergabe. Kontakt ist jederzeit über Telefon, Mail oder auch Brief möglich. 

OB Ralf Oberdorfer appelliert an das Verständnis aller Plauener: "Wir bitten unsere Bürger*innen, zur Einschränkung von Sozialkontakten beizutragen und auch das Bürgerbüro nur im Notfall direkt zu kontaktieren."  Ein Sicherheitsdienst wird sowohl im Rathaus als auch in der Außenstelle Einwohnermeldeamt in der Rathausstraße den Zugang kontrollieren. Reguläre Öffnungszeiten des Rathauses: Montag 9 - 13Uhr, Dienstag 9 - 18 Uhr, Mittwoch 9 - 13 Uhr, Donnerstag 9 - 17 Uhr Kontakt allgemein: Bürgerbüro Plauen, 0 37 41 / 2 91 - 10 20, Email: buergerbuero@plauen.dewww.plauen.de/corona