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Coronawahnsinn: 1.000 Fans drinnen, im Freien aber nur 500!

Sport Plauener Handballer darf gar vor 1.700 Zuschauern spielen

Plauen/Hof/Stammbach. 

Plauen/Hof/Stammbach. Die Virologen schütteln mit dem Kopf. Der Handballer muss schmunzeln. Und die Bürger wundern sich. In den bayrischen Sporthallen dürfen 1.000 Zuschauer Sportveranstaltungen verfolgen. Auf dem Sportplatz im Freien sind dagegen nur 500 Zuschauer zugelassen. Gibt's nicht? Gibt's doch! Gleich um die Ecke, im bayrischen Vogtland gilt dieses neue Corona-Gesetz. Wie es dazu kam, kann sich dort bislang noch niemand erklären. Dass nach 16 Monaten Corona-Krise im Freistaat Bayern solch ein Erlass versehentlich herausgegeben wurde, ist sehr unwahrscheinlich.

Benjamin Meschke darf mit Erlangen vor 1.700 Zuschauern spielen

 

Sicher ist: Die neue "Corona Rahmenverordnung Sport" des bayerischen Innenministeriums hat an diesem Wochenende in Plauen für Gelächter gesorgt. Das Vogtland und Franken sind an einigen Stellen gut vernetzt. In den nächsten Tagen geht es sportlich zur Sache. Unter anderem freut sich der Plauener Bundesliga-Handballer Benjamin Meschke, dass das bayrische Innenministerium und die Behörden am Spielort in Nürnberg (Nürnberger Versicherung Arena) dem HC Erlangen 1.700 Zuschauer für die beiden letzten Heimspiele gestattet haben. "Das ist megageil", jubelt Kreisläufer Benjamin Meschke. Denn so können Freundin Claudia aus Balingen und die Eltern aus Plauen anreisen. Sicher werden auch Freunde aus dem Vogtland live dabei sein. Benjamin Meschke hat es nach einjähriger Verletzungspause zum sechsten Mal in die stärkste Liga der Welt geschafft.

 

Partnerstädte Plauen und Hof spielen am 4. Juli gegeneinander

 

Prinzipiell hat das Ministerium in Bayern die Sporthallen für 1.000 Zuschauer zugelassen. Auf Fußballplätzen wurde die Maximalkapazität unterdessen bei 500 festgesetzt, sofern die Zuschauer einen festen Sitzplatz haben. Was in der Sporthalle kein Problem ist, muss jetzt also jeder Dorfverein durch Bierbänke oder andere Provisorien lösen. Der Gedanken- und Ideenreichtum in den Sportgemeinschaften wird vermutlich die abstrusesten Umsetzungen verursachen. Beispielsweise gibt es viele Sportplätze mit Biergarten. Dort werden die Leute dann sitzen müssen. "Kindergarten, große Gruppe", kommentierten die Funktionäre diese Vorgabe. Indirekt betroffen sind auch die Spielvereinigung Bayern Hof und der VFC Plauen. Beide Fußballvereine haben nach langer Pause wieder einmal einen freundschaftlichen Vergleich vereinbart. Gespielt wird zum 100. Vereinsgeburtstag des FC Stammbach. Der Ort ist 35 Autominuten von Plauen entfernt. Beim FC ist der Vereinsvorsitzende David Benker schwer bemüht, diplomatische Worte zu finden. Denn der Club musste bereits einen Großteil seiner Feierlichkeiten absagen beziehungsweise verschieben. Weil die Inzidenzwerte nun endlich in den Keller gefallen sind, freuen sich die Stammbacher auf den 4. Juli. An jenem Sonntag treten die beiden Partnerstädter Hof und Plauen um 17 Uhr gegeneinander an. "100 Jahre wird man nur einmal. Für unseren Ort ist es das höchstklassige Spiel seit Ewigkeiten. Alle freuen sich, dass nun tatsächlich gespielt werden kann. Wir alle hoffen sehr, dass in Kürze eine neue Zuschauerregelung veröffentlicht wird." Noch zu Ergänzung: Für Hof spielen aktuell die Plauener Andreas Knoll, Danny Wild und Vincent Bobach.



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