Danke, VFC! Der "Alte Fritz" hört auf

Fussball Stefan Fritzlar beendet seine leistungssportliche Laufbahn

Plauen. 

Plauen. Die vergangene Saison ist für den VFC Plauen nicht gut gelaufen. Der Fußball-Oberligist schaffte erst drei Spieltage vor Ultimo den Klassenerhalt. Für Stefan Fritzlar hingegen war es das beste Jahr seines Lebens. Denn der ewige Nachrücker war am Saisonende mit acht Treffern der erfolgreichste Torschütze seines Teams. Kaum einer hätte das dem 31-Jährigen zugetraut. Jetzt hört der Gymnasiallehrer auf. "Ich kann nimmer", sagt der Mittelstürmer. In einem Brief verabschiedet sich der "Alte Fritz".

"Liebe Freunde und Anhänger unseres VFC Plauen! Vielen Dank für die Unterstützung unseres Vereins in den vergangenen Jahren. Ich ziehe den Hut vor allen, welche nach einem umkämpften, aber dennoch knapp verlorenen Spiel weiterhin am Rand standen und der Mannschaft Mut zusprachen, abklatschten und die Leistung würdigten. Ich ziehe den Hut vor allen, die auch in den schwersten Zeiten da geblieben sind und vor denen, die nach Brandenburg, Berlin und in die letzte Ecke Thüringens mitfahren, singen, Choreografien und Plakate erstellen, Spielberichte schreiben, filmen und fotografieren. Das ist unglaublich motivierend und macht Mut auch für die Zukunft", schreibt der gebürtige Plauener.

Es fällt ihm schwer, zu gehen!

"Es fällt mir sehr schwer, aber ich habe mich dazu entschieden, das Fußballspielen auf diesem Niveau zu beenden. Schon unter normalen Umständen war es für mich nur schwer möglich, die beruflichen Anforderungen und eigenen Ansprüche in Vollzeit und das Privatleben mit Familie, Partnerin und Freunden zeitlich mit den Aufwendungen des Oberligafußballs zu verbinden", betont Stefan Fritzlar. Die letzten kraft- und nervenzehrenden Wochen, in denen das Abstiegsgespenst um den Verein geisterte, steigerten diese Situation noch einmal. Ohne jedoch einen der genannten Punkte nicht mit 100 Prozent ausfüllen zu können, ist es kaum zu stemmen und es würde ihn nicht zufrieden stellen, in Zukunft mit nur noch 80 Prozent für den VFC geben zu können. "Deshalb schlage ich auch die Option einer Standby-Variante aus", verkündet Stefan Fritzlar seinen Abschied.

"Es war mir eine Ehre!"

"Es war mir stets eine große Ehre, im schönen Vogtlandstadion aufzulaufen und alles Mögliche herauszuholen, denn schließlich ist es das, was man sich als Kind vornimmt, wenn man in Plauen beginnt Fußball zu spielen. Ich bin sehr dankbar und stolz, diese Möglichkeit erhalten zu haben und noch dankbarer darüber, in diesem Zeitraum nicht nur tolle Menschen, sondern auch Freunde gefunden zu haben, auf die man sich auf und neben dem Platz verlassen kann", schreibt Stefan Fritzlar in seiner Abschiedspost. Ob er mit weniger Aufwand weiterhin Fußball spielt, ist noch nicht abschließend entschieden.

Falk Schindler, Ronny Diersch, Roland Pöhler und seinen Jungs "wünsche ich alles Gute für die neue Saison und dem VFC, dass er in ruhigem und sicheren Fahrwasser bleibt. Ich würde mir von der Region wünschen, dass alle ein wenig mehr an einem Strang ziehen und die Verfehlungen der Vergangenheit endlich in Vergessenheit geraten. Die Handballer machen es vor mit ihrer Zusammenarbeit in der Jugend, die vor ein paar Jahren vielleicht undenkbar gewesen ist. Vielleicht schaffen es die zahlreichen Fußballvereine in und um Plauen auch, nicht immer mit dem Finger aufeinander zu zeigen, sondern gemeinsam an einem Strang ziehend nach vorn und nicht zurück zu sehen, wobei das an vielen Stellen glücklicherweise auch schon hervorragend gelingt. Mit sportlichen Grüßen, Ihr und Euer Stefan Fritzlar, Fritz, Fritzer!"

VFC verzeichnet elf Abgänge

Der VFC verzeichnet nach dem Umbruch elf Abgänge. Das sind Nils Bauer (Wismut Gera), Alexander Morozow (VfB Auerbach), Albijan Kamaraj (unbekannt), Eric Ranninger (VfL Pirna-Copitz), Benjamin Keller (Wismut Gera), Gregor Eigel (FSV Treuen), Dimitrios Komnos (unbekannt), Jan Hübner (FC Grimma) und Ramon Hofmann (zurück nach Amerika), Edvardas Lucenka (unbekannt), Stefan Fritzlar (Laufbahn beendet).