Das Aus kommt immer näher

Angst Plauener Plamag hängt nach Absprung eines Investors in der Luft

Die Rettung war so nah. Doch nun fährt das einstige Flaggschiff der vogtländischen Wirtschaft offenbar wirklich dem Ende entgegen. Die Manroland AG hatte vor elf Monaten Insolvenz angemeldet und im Plauener Werk, der Plamag, schrumpfte die Zahl der Beschäftigten noch einmal. Wo einst 2.000 Facharbeiter ein- und ausgingen, halten jetzt noch gut 300 Leute die Fahne hoch.

Die aktuelle Entwicklung tut richtig weh: "In der nächsten Sitzung des Gläubigerausschusses soll über eine Stilllegung oder Weiterführung der Produktion in der Plamag entschieden werden", teilen Stefan Kademann von der IG Metall und der Betriebsratsvorsitzende Udo Meier mit. Der kurzfristige Absprung des Investors, Reduzierung der Zulieferarbeiten für das Werk in Augsburg und mögliche Personalwanderungen weiterer Schlüsselpositionen in den Westen "haben eine äußerst explosive Situation in Plauen herbeigeführt", erklärt das Duo. Zeitgleich erreichte den BLICK eine Nachricht der beiden sächsischen Europaabgeordneten Hermann Winkler und Dr. Peter Jahr: "Der Bereitstellung von Mitteln aus dem EU-Globalisierungsfonds zur Finanzierung von Übergangsgeld und Qualifizierung ehemaliger Arbeitnehmer von Plamag/ manroland steht nach der Zustimmung des Haushaltsausschusses des Europäischen Parlaments nichts mehr im Weg."

Den Politikern geht es vor allem "um die dringend benötigten Fachkräfte, die eine Perspektive in der Region eröffnet bekommen müssen", so Hermann Winkler. "Wir verlangen eine faire Chance zum Weiterbetrieb der Plamag", fordert die Belegschaft in einem offenen Brief. Der Kampf um die Plamag geht damit weiter. Das Unternehmen hatte bis zum Einbruch des Weltmarktes Druckmaschinen produziert.