Das Freibad ist von nationaler Bedeutung

Denkmalschutz Im Plauener Bad werden jetzt nach und nach die Kabinen saniert

Plauen. 

Plauen. Rathaus, Theater, Straßenbahn. Als die Spitzenstadt knapp 130.000 Einwohner zählte, wurden für Plauener Verhältnisse riesige Projekte umgesetzt. Das 1926 eröffnete Freibad Haselbrunn ist historisch gesehen sogar von nationaler Bedeutung, weil es nirgendwo anders noch derart gut erhaltene Umkleidekabinen gibt. Jetzt hat die Sanierung der Holzbauten begonnen. "Deutschlandweit ist die Anlage in dieser Größe und in diesem Zustand einmalig", stellten die Fachleute vom Landesamt für Denkmalpflege des Freistaates Sachsen fest. Deshalb wird auch viel Geld bereitgestellt. "In den letzten drei Jahren wurden bereits 1,2 Millionen Euro in diese Freizeiteinrichtung investiert", stellte Bad-Chef Ronny Adler fest.

Sport-Bürgermeister Steffen Zenner setzte die Sanierung und die aktuelle Entwicklung ins Verhältnis: "In den Zeiten, wo andere ihre Bäder schließen, bauen wir das Angebot aus." Architekt Bernd Müller von der Bauplanung Plauen schwärmte beim Pressetermin "vom Großstadtbad mit enormer Bedeutung." Nur ein Beispiel: 1934 fand hier der Länderkampf der Schwimmer zwischen Deutschland und Frankreich statt. Plauen erfuhr so eine enorme, mediale Beachtung. Doch während der 40 Jahre DDR verfiel das Bad. Nach dem Fall der Mauer war dann kein Geld mehr da. 1995 machte die einstige Badeanstalt dicht. Erst, als der heutige Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer als damaliger OB-Bewerber im Jahr 2000 in den Wahlkampf zog, und versprach dieses Bad wiederzueröffnen, würde man ihn wählen, kam Bewegung rein in die Haselbrunner Tristesse.

Der Freibadförderverein mit Prof. Dr. Bernd Märtner an der Spitze hatte sich danach vom Tag der Wiedereröffnung an im Jahr 2002 stark gemacht für die Sanierung der alten Umkleidekabinen. Und jetzt: Nach drei Jahren hin und her steht nun fest, dass das sogenannte Pulversandstrahlverfahren zum Einsatz kommt, um die 200 Holzkabinen zu sanieren. Der erste Bauabschnitt kostet 175.000 Euro. Dabei kommen 129.327 Euro vom Land Sachsen. Der Förderverein gibt 25.000 Euro dazu, den Rest übernimmt die Plauener Freizeitanlagengesellschaft als Betreiber. "Zunächst werden die vom Eingang aus gesehen ersten 50 Kabinen hergerichtet", teilten die Verantwortlichen mit. Im Oval rings um die Schwimmbecken befindet sich auch ein kleines, frei zugängliches Freibadmuseum. Der erste Bauabschnitt soll im Frühjahr fertig sein. Danach will man die Kabinen 50 bis 100 sanieren. Übrigens gibt es für ein kleines Geld ein historisches Postkartenset. Zu sehen ist darauf das Bad in seinen Glanzzeiten. Vier Ansichtskarten kosten fünf Euro. Sie gibt es unter anderem auch im Plauener Stadtbad.