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Corona-News

Das ist das verrückteste Comeback des Jahres!

Handball Benjamin Meschke hat für Erlangen entscheidende Tore gemacht

Plauen/Erlangen. 

Plauen/Erlangen. Das waren die verrücktesten vier Wochen seines Lebens. Denn bis zum 11. Mai sprach in Deutschland eigentlich keiner mehr über Benjamin Meschke. Der 110-Kilo-Koloss war völlig von der Bildfläche verschwunden. Wenn Benjamin Meschke am heutigen Samstagnachmittag in den Mannschaftsbus steigt, dann wird der 30-Jährige wieder schmunzeln. Alles läuft ab wie im Film. Mit dem HC Erlangen reist der Bundesligaprofi zum TSV Hannover-Burgdorf. In der stärksten Liga der Welt kann der Plauener Handballer mithelfen, vorzeitig den Erlanger Klassenerhalt festzumachen. Verrückt: Benjamin Meschke hatte bis vor vier Wochen unglaubliche 434 Tage kein einziges Handballspiel mehr bestritten.

 

Nach über einem Jahr zurück in der 1. Bundesliga!

 

"Ich war Anfang 2020 gesundheitlich ausgeknockt. Es lief nicht gut in Balingen. Dann kam auch noch die Coronapandemie und da habe ich mich entschlossen, aus dem Karussell auszusteigen, um mich vollständig meinem lädierten Körper zu widmen", erinnert sich der Plauener. 14 Jahre Profisport. Das hatte enorme Spuren hinterlassen. Ein Jahr lang dauerte die Rehaphase mit dem ehemaligen Handballprofi und heutigem Personaltrainer Sascha Ilitsch. Von gezielter Physiotherapie über pausenlosen Muskelaufbau, Schnellkrafttraining bis hin zur mentalen Schulung der eigenen Willenskraft - der 1,96-Meter-Hüne hat quasi im Untergrund unglaublich hart für seine Rückkehr gekämpft. Jeden Tag! Jetzt ist Benjamin Meschke zum sechsten Mal in die 1. Handball-Bundesliga zurückgekehrt.

Wie Phönix aus der Asche! Zuletzt wendete der Kreisläufer im Derby gegen den HSC 2000 Coburg sogar als Feuerwehrmann das Blatt. Gegen das Schlusslicht sah Erlangen lange Zeit gar nicht gut aus. Der Arbeitsnachweis von Benjamin Meschke liest sich dann im Stenogramm so: Eingewechselt bei minus eins +++ zwei Siebenmeter rausgeholt +++ zwei Tore selbst erzielt +++ ausgewechselt bei plus vier +++ Endstand Erlangen - Coburg 33:28. Verrückt! Der Mann war vier Wochen zuvor noch ein "Niemand".

 

Ein Comeback voller Demut!

 

Entsprechend demütig, ja sogar defensiv, spricht Benjamin Meschke über sein völlig verrücktes Comeback. "Wenn man Menschen um sich hat, die immer an einen glauben, dann kann man Bärenkräfte entwickeln. Ich könnte vor Freude die ganze Welt umarmen, weil ich endlich wieder spielen darf", zeigt sich der "Riesenteddybär" voller Dankbarkeit. Nie hatte er ans Aufgeben gedacht. Und auch nicht an einen Umweg über die zweite oder die dritte Liga. "Ich habe es in meinem Sportlerleben fünfmal in die 1. Bundesliga geschafft. Und jetzt, wo ich fit bin wie ein Turnschuh, warte ich auf meine Chance!"

Diese Ansage von Benni ist nur einem Monat alt. Dann schlug der HC Erlangen zu. Wie so oft im Spitzensport profitierte Benjamin Meschke als Nachrücker vom verletzungsbedingten Saisonaus für Petter Overby. Bis zum Spielzeitende ist er nun als Ersatz verpflichtet. Was nach diesen zwölf Partien kommt? "Keine Ahnung. Erlangen ist klasse. Ich gebe jetzt rund um die Uhr Vollgas. Und bedanke mich so für das Vertrauen", sagt der Kreisläufer.

 

Das sind die sechs Bundesliga-Stationen von Benjamin Meschke

 

Zur Person: Benjamin Meschke (geboren 1991) spielte ab 2005 in der Jugend des SC Magdeburg, wo er unter anderem vom späteren Bundestrainer Christian Prokop entdeckt, ausgebildet und gefördert wurde. Der gebürtige Plauener bestritt für die Deutsche Jugend- und Juniorennationalmannschaft über 50 Nachwuchs-Länderspiele. In der 1. Bundesliga spielte er mit dem SC Magdeburg (2009/2010), Eintracht Hildesheim (2011/2012), dem Bergischen HC (2013 - 2015), dem SC DHfK Leipzig (2015 - 2018), mit der HBW Balingen-Weilstetten (2018 - 2020) und jetzt mit dem HC Erlangen (2021).

Während seiner Laufbahn hat der 30-Jährige Sportmanagement und BWL studiert. Er ist als Markenbotschafter seines Heimatvereins - das ist der SV 04 Plauen-Oberlosa (Aufsteiger zur 3. Liga) - bereits hinter den Kulissen aktiv geworden. Das heißt, dass der Vogtländer dem Handballsport auch nach seiner aktiven Zeit erhalten bleiben könnte. "So lange ich aber so fit bin wie jetzt, werde ich nicht abtreten. Ich will spielen, nicht zugucken!" Mit diesen Worten widmet sich Benjamin Meschke dem schweren Auswärtsspiel in Hannover.

Die Gastgeber liegen im Abstiegskampf vier Punkte über dem Strich. Erlangen hat sich vier Spieltage vor Ultimo sechs Punkte Luft verschafft und kann nun bereits frühzeitig den Deckel draufmachen. Anwurf ist am Sonntag, 16 Uhr!



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