Das ist unser Haus!

Gebäude Die vogtländische Wirtschaft hat ihre Zentrale zurückerobert

Sie haben hier in diesem Jahr die Vogtlandfahne gehisst. Im Bild von links: IHK-Geschäftsführer Danny Szendrei, Landrat Rolf Keil, IHK-Präsident Hagen Sczepanski und Tourismusverbands-Geschäftsführer Dr. Andreas Kraus die Vogtland-Flagge. Foto: Karsten Repert

Plauen. Das ist unser Haus! Genau deshalb weht hier inzwischen auch die Vogtland-Flagge. Vor 29 Jahren haben es die freiheitsliebenden Menschen wieder zurückbekommen. Zuvor war in der Friedensstraße 32 über drei Jahrzehnte die SED-Kreisleitung und damit eine der Machtzentralen der ehemaligen DDR zu Hause. "Wir sind jeden Samstag hier vorbeimarschiert", erinnert sich Andrea Pellmann (49).

Die Plauenerin berichtet: "Genau hier und später dann vor dem Plauener Rathaus haben wir Demonstranten am lautesteten gerufen." Ganz gezielt liefen die "Andersdenkenden" an der Parteizentrale vorbei. Tausende gingen seinerzeit friedlich auf die Straße. Ihr Ruf nach Freiheit drang durch die dicken Mauern und die Wir-sind-das-Volk-Protestanten rissen letztlich sogar ohne Gewalt die Grenzen im geteilten Deutschland ein.

Ob die Vogtländer bald lauter werden?

Auch deshalb gehört dieses Kammergebäude zu den bekanntesten Immobilien der Region. Denn die Industrie und Handelskammer vertritt mit 13.000 Mitgliedsbetrieben die gesamte Region. In Plauen hatten sich die Menschen zuerst getraut, eine Großdemonstration zu organisieren. Das Vogtland marschierte voran. Das Volk eroberte seine Identität zurück. Genauso ebnete die Region danach auch ihren wirtschaftlichen Aufschwung, der nach und nach in ein neues Selbstverständnis mündet. Noch aber fehlt ein wenig das Selbstvertrauen. "Der Vogtländer jubelt leise. Er ist demütig, ganz fleißig und er beschäftigt sich zuerst immer mit dem Risiko. Ganz schlecht sind diese Charakterzüge sicher nicht!"

So hat IHK-Geschäftsführer Danny Szendrei die Menschen in seiner Heimat kennengelernt. Vielleicht hinkt deshalb das Stimmungsbarometer hinter den derzeit guten Zahlen hinterher. IHK-Präsident Hagen Sczepanski ist selbst ein erfolgreicher Unternehmer und er findet, "dass wir Vogtländer allen Grund haben, im Land ein wenig lauter zu werden. Natürlich ohne Übermut."

1992 wurde das Kammergebäude rückübertragen

Das recht imposante IHK-Kammergebäude wird auch die heutige "Geschichte in Stein" in sich aufnehmen. Das Haus steht seit seiner feierlichen Einweihung am 11. Mai 1915 an seinem Platz. Tausende Menschen gingen seither hier ein und aus. Die Postadresse wechselte von Breitestraße (1915) und Adolf-Hitler-Straße (1933) zur Friedensstraße (ab 1945). Am 1. März 1990 wurde hier die Wiedergründung regionaler Kammern ermöglicht und am 21. April 1990 gründete sich die IHK Südwestsachsen hier neu. Durch die Konstituierung der Vollversammlung (6. Juli 1992) nahm dann die Regionalkammer Plauen die Arbeit auf. Am 27. November 1992 wurde das Kammergebäude während eines feierlichen Aktes rückübertragen. "Jetzt ist es wieder unser Haus", sagt die größte Interessenvertretung der vogtländischen Wirtschaft, die IHK.

Im Kammergebäude ist noch was frei!

Die Industrie und Handelskammer bietet im Obergeschoss modernisierte Büroräume in Zentrumsnähe provisionsfrei zur Miete an. Wie die IHK-Medienverantwortliche Doreen Zemanik auf BLICK-Nachfrage mitteilt, "steht aktuell ein Bürokomplex mit 130 Quadratmetern bezugsfertig bereit. Aufgeteilt ist die mietgünstige Fläche in vier Räume. Dem Mieter stehen auf Wunsch die komplette Infrastruktur des Kammergebäudes wie Empfang, Schulungsräume, Säle, Stellplätze und Küche zur Verfügung." Mehr zu den repräsentativen Räumen kann man unter der Rufnummer 03741-2143510 in Erfahrung bringen. kare