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Westsachsen

Das mutierte Corona-Virus ist im Vogtland angekommen

Pressekonferenz Zehn Mutationen wurden nachgewiesen - Inzidenzwert sinkt trotzdem

Plauen/Klingenthal. 

Plauen/Klingenthal. Im Vogtland wurden seit dem vergangenen Wochenende zehn Fälle einer Covid19-Mutation entdeckt. Das teilte der amtierende Leiter des Gesundheitsamtes, Amtsarzt Andreas Lonitz, im Rahmen einer Corona-Pressekonferenz am Mittwoch in Plauen mit. Die britische Form verbreitet sich schneller. Gleichzeitig meldet der Vogtlandkreis seit vier Wochen sinkende Inzidenzwerte. Ob die Mutationen aufgrund der verstärkten Suche nach Covid-Varianten gefunden wurden, lässt sich nur schwer sagen.

Inzidenzwert im Vogtland bei 115,9

Am Mittwoch hat das Robert-Koch-Institut für die Region einen Wert von 115,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ermittelt. Weil in den tschechischen Nachbarregionen derzeit das Infektionsgeschehen außer Kontrolle geraten ist, wirkten die Verantwortlichen im Landratsamt ziemlich besorgt. Landrat Rolf Keil präsentierte den Medien folgende Zahlen: "Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Karlsbad bei 819, in Sokolov bei 977 und in Cheb bei 1.044. Wir sind angesichts dieser Werte sehr aufmerksam."

An Spitzentagen pendeln bis zu 2.000 Arbeitskräfte aus Böhmen ins Vogtland. Wie viele es derzeit sind, kann durch den Lockdown keiner sagen. Alle zwei Tage müssen sich die ausländischen Beschäftigten aus Tschechien an der Grenze in den Testzentren einem Schnelltest unterziehen.

Appell der Behörden an die Bevölkerung: Nicht nachlassen!

Rolf Keil und Andreas Lonitz riefen die Menschen im Vogtland auf, "auch weiterhin die Coronaschutzmaßnahmen so diszipliniert wie in den letzten Wochen und Monaten zu befolgen." Für Panik gibt es keinen Grund. Auch die mutierte Form des Virus' kann in seiner Verbreitung durch das Abstandhalten und alle anderen Verhaltensregeln gebremst werden.

Denn trotz der Virusmutation sinken die Infektionszahlen im Vogtland. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen beträgt 84,1 Jahre, wobei Covid19 auch jederzeit jüngere Menschen schwer treffen kann. Positiv ausgewirkt hat sich die allgemeine Personalsituation. "Mit der Covid-Nachverfolgung sind derzeit über 100 Mitarbeiter beschäftigt. Die Kontakte von 94 Prozent aller Infizierten können wir binnen 48 Stunden nachvollziehen und Maßnahmen einleiten", berichtet Landrat Rolf Keil.

Die Unterbrechung der Infektionsketten scheint also derzeit zu funktionieren. "Angesichts der ungewissen Entwicklung gibt es jedoch noch keinen Grund, nachzulassen oder zu lockern. Unser Appell an die Vogtländer lautet: Bitte nicht nachlassen", bekräftigt Andreas Lonitz.

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