Das Personal droht jetzt mit Streik

Verhandlungen Arbeitgeber macht Zugeständnisse

Reichenbach. Die Belegschaft der Reichenbacher Paracelsus-Klinik atmet durch. Die 100-prozentige Überleitung in den Manteltarifvertrag scheint nur noch eine Frage der Zeit. Am Montag machten Vertreter der Osnabrücker Konzernspitze weitere Zugeständnisse. Krankenschwester Sylvia Tausche war in der Tarifkommission mit dabei. "Für die lange Wartezeit bekommen wir zwei Tage Sonderurlaub." Am 17. Dezember soll es weitere Gespräche zur Tarifangleichung geben. "Dann wollen wir endlich eine Entscheidung, sonst gibt es ab Januar Streik." Gewerkschafts-Sprecherin Simone Bovensieven warf der Arbeitgeberseite Hinhalte-Taktik vor. Die beteuerte erneut, dass in Sachen Tarifangleichung noch gerechnet werden muss. Seit Monaten macht die Belegschaft unter anderem mit aktiven Mittagspausen Druck. Ihre Kollegen in den Paracelsus-Kliniken Adorf, Schöneck und Zwickau bekommen für die gleiche Arbeit 300 bis 500 Euro mehr. Das will sich im Reichenbacher Krankenhaus niemand mehr bieten lassen. Nun hoffen alle, dass die Weichen vor Weihnachten noch gestellt werden. Die Chefetage der Klinik-Gruppe soll endlich Taten folgen lassen. Schwestern und Krankenpfleger gehen noch in diesem Jahr von einer einmaligen Zahlung als Ausgleich für die Zurückhaltung in der Vergangenheit aus. Nach Jahren der hohen Gewinnausschüttung sei dies mehr als angebracht, glauben die Mitarbeiter.