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Sachsen

Den Plauener Handballern fehlen nur sieben Minuten bis zum Sieg

Handball SV 04 Oberlosa verliert gegen den HSV Hannover knapp mit 23:25

Plauen. 

Plauen. Obwohl der SV 04 Oberlosa auch das vierte Drittligaspiel in Folge verloren hat. Das 23:25 (10:8) gegen den HSV Hannover geht als weiterer Meilenstein in die 117-jährige Vereinshistorie ein. Den Plauener Handballern fehlten nur sieben Minuten bis zum Sieg. 

 

Oberlosa lag schnell 8:3 vorne

Noch nie in der Handballgeschichte des SV 04 Oberlosa musste ein westdeutscher Verein zu einem Punktspiel in Plauen antreten. Als die Spitzenstädter dann zur Pause mit 10:8 führten, war auch dieser Bann gebrochen. "Wir haben unser bislang bestes Spiel abgeliefert mit einer bomben Abwehr und einer sensationellen Torhüterleistung von Benas Vaicekauskas. Das hat bestimmt auch den Fans Spaß gemacht, das alles mitzuerleben. Schade, dass wir diesen Abend nicht gekrönt haben", meldete sich Kapitän Torsten Wetzel mit gemischten Gefühlen zu Wort. Die Plauener spielten ihre Angriffe geduldig aus und sie lagen mit 6:1 (16.) sowie 8:3 (19.) vorne. Natürlich versuchten die Niedersachen alles, um ins Spiel zu kommen. Mehr als eine Rote Karte und acht Treffer brachte der Gast aber zunächst nicht zustande.

 

Mit 16:10 ging es in die letzten 20 Minuten

 

Und auch die zweite Plauener Welle überrannte den HSV. Der überragende Ivan Kucharik (10 Tore), Kapitän Torsten Wetzel, Youngster Linus Roth und Rückraumkanonier Ladyslav Brykner warfen eine 14:8-Führung (34.) heraus. Doch ausgerechnet jetzt handelte sich der Oberlosaer Dziugas Jusys eine Rote Karte ein. Das war der Knackpunkt. Livekommentator Benjamin Meschke stellte im Streaming-Fernsehen klar: "Es war eine Konzessionsentscheidung der Schiedsrichter. Die Referees hatten zuvor ja auch für Hannover eine Rote Karte gegeben, wo es nach meiner Meinung mit einer Zeitstrafe und einem Siebenmeter abgetan gewesen wäre." So aber fehlte nun in der Plauener Innenverteidigung eine wichtige Säule. Zunächst wirkte Oberlosa unbeeindruckt und ging mit 16:10 in die letzten 20 Minuten.

 

Es fehlten nur sieben Minuten

 

HSV-Trainer Robin John räumte ein: "Zu diesem Zeitpunkt hat kein Mensch geglaubt, dass wir das Ding noch gewinnen. Die Plauener waren richtig gut." Doch die Niedersachsen hatten zum einen genau aufgepasst und sie fanden die Lücken in der Oberlosaer Abwehr. Zudem nahm der HSV jetzt auch den Oberloser Ivan Kucharik mehr und mehr aus dem Rennen. "An jeder kleinen Stellschraube hat unser Gegner gedreht und so kam Hannover Tor und Tor heran, weil bei uns auch die Kräfte schwanden", resümierte Torsten Wetzel. Ein wenig Nervosität kam auch noch hinzu. Und in dieser Spielklasse hat der Gegner eben die Qualität, um das gnadenlos auszunutzen. So wendete Jesper Langeheine mit dem 19:20 (53.) das Blatt. Oberlosa versuchte bis zum Schluss alles, blieb aber letztlich bei diesem 1.000-Meterlauf an Markierung 990 stehen. Cheftrainer Petr Hazl war traurig und stolz zugleich: "Zwei, drei oder vier Tore mehr waren für uns auf alle Fälle möglich. Heute sind wir in der Liga angekommen und haben so gespielt wie wir uns das vorgestellt haben."

 

Hannoveraner verletzt sich schwer

 

Gute Besserung wünschten die Vogtländer dem am Knie schwerverletzten Hannoveraner Ole Klitzke, der aber nach schneller Erstbehandlung zumindest im Mannschaftsbus mit nach Hause fahren konnte. Oberlosa bleibt damit mit 0:8 Punkten in der Tabelle der 3. Bundesliga hinten. Hannover hat mit 5:3 Punkten einen guten Saisonstart hinbekommen.

 

Statistik

SV 04 Oberlosa: Vaicekauskas, Raupach, Flämig - Jusys (35. Rote Karte), Wetzel (2 Tore), Cornelius, Roth (3), Skalda, Trommer-Ernst, Brykner (3), Richter, Duschek (1), Hertel, Kolomaznik (2), Kucharik (10/davon 4 Siebenmeter), Naumann (2/1)

Rote Karte: Robin Müller (Hannover, 8. Minute), Dziugas Jusys (36., Oberlosa) - beide wegen Foulspiel

Zuschauer: 314