Der Chef geht in Rente - Was nun?

Wirtschaft Hunderte Unternehmen im Vogtland sind betroffen

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Franz Jakob (r.) übernimmt das Autohaus seiner Eltern in Neustadt. Die beiden IHK-Justitiare Karla Bauer und Christian Dorst (m.) bereiten derzeit den 5. Nachfolgetag vor. Foto: Karsten Repert

Plauen. Die Zeit drängt in Deutschland. 27.000 Familien-Unternehmen mit insgesamt 400.000 Beschäftigten brauchen bald einen neuen Chef. Im Vogtland drückt der Schuh ganz besonders, denn hier haben genau vor 27 Jahren hunderte "Durchstarter" ihren Unternehmergeist entdeckt. Genau diese Geschäftsführer-Generation muss nun ihr Lebenswerk in andere Hände geben. Sonst verschlingt der knallharte Wettbewerb die betroffenen Firmen. Das ist sicher.

Wenn der Sohn die Firma übernimmt

Bernd und Jana Jakob hatten Glück. Ihr Autohaus in Neustadt wird in Zukunft von Franz Jakob geführt. Der Sohn ist 21 Jahre jung, ist ausgebildeter Mechatroniker und studiert ab diesem Jahr Betriebswirtschaftslehre. Sieben Jahre soll die Übernahme dauern.

Es geht natürlich auch kürzer. "Aber prinzipiell ist es ganz wichtig, dass ausreichend Zeit für den Wechsel auf der Kommandobrücke vorhanden ist", weiß Karla Bauer, die als IHK-Justitiarin das Nachfolgethema seit 2012 bearbeitet.

Der Nachfolgetag für Übernahme-Interessenten

Die Industrie- und Handelskammer Plauen ist bundesweit eine Art Vorreiter. Denn inzwischen machen 50 von 80 IHKs in Deutschland mit beim Nachfolgetag. Dieser findet nun am 21. Juni statt. Dort können sich jüngere, ambitionierte Übernahme-Interessenten anmelden. Genau wie Unternehmer, die einen Nachfolger suchen.

Selbstverständlich bleiben alle Beteiligten anonym. Vermittlungserfolge - wie beispielsweise im Fall des Autohauses Prätor in Plauen - werden erst im Nachgang publik.