Der Dialog kann beginnen

Flüchtlingskrise Landrat, OB, Kirche und Protestler erörtern die Lage

Die WsD-Protest-Initiative hat viele Anhänger, aber auch viele Kritiker. Die Bürgerbewegung hat geschafft, was zum Beispiel in Dresden nicht klappte. Es gibt nun einen überparteilichen Dialog. Landrat Rolf Keil hat diese Woche zusammen mit dem Plauener Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer angekündigt: "Wir werden das Thema Flüchtlingskrise angehen. Ab 2. Dezember gibt es jeden Monat in der Jugendherberge Alte Feuerwache eine Podiumsdiskussion." Beginn ist 19 Uhr. Offenbar brachte die Kirche die letzte Barriere zum Fallen. Superintendentin Ulrike Weyer rief an. Ralf Oberdorfer sagte zu: "Viele Bürger verstehen die Bundespolitik nicht. Dass jetzt Frieden bleibt und es keine Gewalt gibt, das ist ganz wichtig." Dass Keil und Oberdorfer mit dem unkontrollierten Zustrom von Flüchtlingen beruflich einiges an Problemen zu bewältigen haben, wurde während eines Pressegesprächs deutlich. Rolf Keil erwähnte in einem Nebensatz: "Ich muss jetzt täglich ein Asylgesetz umsetzen. Dabei wollte ich als neuer Landrat ganz andere vogtländische Probleme angehen." Ralf Oberdorfer sorgte nach eigener Aussage dafür, dass die Flüchtlings-Notunterkunft auf dem Plamag-Gelände den Plauenern vorab gezeigt wird. "Ich habe das bei der Landesdirektion gefordert. Als nichts passierte, habe ich wieder nachgefragt. Nun hat man reagiert", so Oberdorfer. Zum "Tag der offenen Tür" bekamen dann über 200 Interessierte vor Ort die spartanische Einrichtung gezeigt. Alles verlief friedlich. Es gab jede Menge Informationen. Die Bewegung "Wir sind Deutschland" (WsD) demonstriert morgen zum achten Mal. kare