Der Dialog kann beginnen

Flüchtlingskrise Bürger fordern, brisante Themen früher zu kommunizieren

Superintendentin Ulrike Weyer hat die Vogtländer zum Dialog aufgerufen. Und auch WsD-Gründer Michael Oheim tut das öffentlich. Damit hat die Plauener Bürgerbewegung "Wir sind Deutschland" einen weiteren Erfolg verbucht. Vergangenen Sonntag demonstrierten wieder über 1.000 Menschen. Superintendentin Ulrike Weyer sagte den Teilnehmern: "Meine Hochachtung haben Sie alle, die Sie bei dieser Kälte hier friedlich stehen. Das ist der Versuch einer gelebten Demokratie und das ist ganz wichtig." Weil im Zuge der Flüchtlingskrise keiner wirklich weiß, wie viele Asylbewerber ins Vogtland gekommen sind, macht sich unter den Menschen immer mehr Unmut breit. Während der bisher elf Demonstrationen klagten viele Redner immer wieder über die Politik "der längst beschlossenen Sache". Diesbezüglich geraten auch die Massenmedien in die Kritik. Der Vorwurf: Große Fernsehsender und Zeitungen enthalten dem Volk Informationen vor. Was nicht gesagt wurde, ist jedoch ein anderer Fakt. Die Medien sind immer auch ein Spiegel der Gesellschaft. Umso wichtiger scheinen nun derartige friedliche Protestwellen, wie sie die WsD darstellt. Denn der Überdruck im Kessel soll nach Meinung von immer mehr Menschen in eine "Politik der Umgestaltung" münden. WsD-Mitbegründer Michael Oheim hat öffentlich aufgerufen: "Wir müssen alle zusammenwachsen." Im Vogtland sitzen von nun an Kirche, Landrat Rolf Keil, Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer und Politik-Kritiker während der regelmäßigen Podiumsdiskussionen zusammen. Es geht um Veränderung. kare