Der Grenzturm hat seinen Schrecken verloren

Sanierung In Heinersgrün entsteht ein neues Museum

Heinersgrün. 

Heinersgrün. Der Grenzturm in Heinersgrün ist eben kein normaler Wachturm. Dieses Relikt weist tausende Auto- und Brummifahrer täglich daraufhin, dass sie gerade mitten durch den Schutzstreifen der ehemaligen DDR düsen. So nannte die Deutsche Demokratische Republik ihre Sperrzone. Der fünf Kilometer breite Todesstreifen kostete immer wieder Menschenleben. Bis am 9. November 1989 die Mauer fiel. Zu jenem Zeitpunkt endete die Autobahn A72 im Vogtland.

Erhalt in aller Natürlichkeit

Anstatt die Menschen mitten in Europa zu vereinen, richtete der Unrechtsstaat unglaublich viel Unheil an. Manches kam erst im Nachgang ans Licht. Zum Beispiel, dass die damalige Staatsmacht rund um solche Führungspunkte wie in Heinersgrün ganze Ortschaften quasi liquidierte beziehungsweise etliche Anwohner "austauschte". Deshalb entschlossen sich die Sachsen nun, das mahnende Denkmal zu erhalten. Und zwar in seiner Natürlichkeit. Ohne Schnickschnack und Show - so scheinen es sich die Menschen zu wünschen, glaubt man den Vertretern von Landratsamt und Sächsischer Staatsregierung.

Ein Bauwerk für geschichtlich interessierte Touristen

Ausgewählte Baufirmen werben nun um das Wahrzeichen. Die Unternehmen haben im Weischlitzer Ortsteil Heinersgrün bislang gut zusammengearbeitet. Und wenn keine weitere Coronaverzögerung die Arbeit von Projektleiter Gunter Türkis hinauszögert, dann ist das Objekt im Jahr 2022 begehbar. Die Vorstellung, dass diese zehn Meter hohe Führungsstelle der DDR-Grenztruppen künftig vom Deutsch-Deutschen Museum in Mödlareuth betreut wird, ist spannend. Denn dann würden den Grenzturm ganz sicher auch die Bayern, die Thüringer und alle anderen geschichtlich interessierten Touristen besuchen.