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Chemnitz

Der "Holzfäller" in Mehltheuer schließt

Gastronomie Fehlendes Personal führte zu Entscheidung

Mehltheuer. 

Mehltheuer. In Mehltheuer schließt das Speiselokal "Zum Holzfäller" zum Jahresende. Für André Ehrlich gibt es kein Zurück. Am 26. Dezember wird er letztmalig in der Küche des Lokals stehen, letztmalig die Gäste mit bedienen. Am 31. Dezember läuft der Pachtvertrag aus. Der Limbacher hat ihn gekündigt. Warum? "Mein Personal hat aufgehört, ist weggezogen", sagt der gelernte Koch. "Wir haben versucht, neues Personal zu finden." Seit einem dreiviertel Jahr schon. Vergebens. Egal ob Aushänge oder per Internet, es habe nichts gebracht. Und das Arbeitsamt? "Die suchen selbst Personal", sagt André Ehrlich. "Ohne Personal kann ich nicht arbeiten." Und fügt hinzu: "Warum soll sich das auch jemand antun? Am Wochenende und an Feiertagen arbeiten?"

"An den Kunden liegt es nicht"

Er selbst will auch seinen erlernten Beruf als Koch an den Nagel hängen und zukünftig etwas ganz anderes arbeiten. Mit weniger Stress, eine Arbeit mit geregelter Arbeitszeit. Dabei habe er seine Arbeit im Lokal gerne gemacht, aber es sei zunehmend mehr Stress geworden. "Alles hat seien Grenzen." Immer mehr Bürokratie sei zu bewältigen, mehr Vorschriften von Amts wegen. Und: "Früher war es gemütlich, heute ist alles hektisch, wie auf der Flucht." Das beobachte er auch bei den Gästen. "Dabei wollte ich hier in Rente gehen", sagt André Ehrlich resigniert. "Ich bin nur in Hektik."

Von Mittwoch früh bis Sonntag ist er im Lokal in Mehltheuer. Montag und Dienstag ist zwar frei, aber da muss der Bürokram gemacht werden. Und schließlich sei da auch noch die Familie. Anja Ehrlich, die Ehefrau, hilft an den Wochenenden im Service. Auch die beiden Omas, seine eigene Mutter und die Schwiegermutter, haben immer geholfen. "Jetzt gehen beide aber auch auf die 70 zu." Seit 2011 ist André Ehrlich selbstständig, hat das Lokal von der Sportgemeinschaft Grün-Weiß Syrau gepachtet. In Arbeit aber ist er hier schon viel länger, denn die Schwiegereltern hatten den "Holzfäller" vorher betrieben. "Seit 25 Jahren bin ich in Mehltheuer", so der Familienvater, der nach seinen Worten "auch schon auf die 50" zugeht. Dass viele bedauern, dass er weggehe, treffe ich schon, so der Limbacher. "Das ist aber besser, als wenn jemand sagen würde, gut, dass ihr weg seid." An den Kunden liege es nicht, er habe eher zu viele.



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