Der Kampf gegen das Vergessen

Begegnungsabend In Plauen lebten einst über 1000 Juden

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Gegen das Vergessen kämpft der Verein "Jesus für Plauen und das Vogtland". Foto: Karsten Repert

Plauen. Plauen hat eine bittere Vergangenheit. Es ist kein angenehmes Thema. Denn von den 128.000 Plauenern, die vor dem Zweiten Weltkrieg in der damals aufstrebenden Spitzenstadt lebten, war ein Prozent der Bevölkerung von jüdischer Abstammung.

"Wir Juden waren in Plauen integriert. Es war die Heimat unserer Eltern." Als Maimon Maor im Saal des Landratsamtes sprach, wurde es ruhig. Obwohl er es nicht sagte, wusste jeder, was geschehen war. Über 1.000 Menschen jüdischen Glaubens wurden aus den Adressbüchern der Stadt ausradiert.

Das Gute bracht die bösen Erinnerungen

Maimon Maor hat bei einer Veranstaltung im Landratsamt von seiner in Tel Aviv lebenden Mutter erzählt, die 1913 in Plauen geboren wurde. Sie hat den Holocaust überlebt. Ihre Zeit im Vogtland hat sie nicht vergessen. Und damit ihr grausames Schicksal auch zu Hause nicht einfach so vergessen werden kann, hat der Verein "Jesus für Plauen und das Vogtland e.V." diese bittere Vergangenheit dokumentiert.

Immer wieder holt der Verein Nachkommen dieser ehemaligen Plauener zurück. Denn ohne diese grausamen Erinnerungen gibt es keine Bremse für das Böse. Die Nachgeborenen können es nicht wissen, was die Juden, auch in Plauen, erlitten haben.