Der Konkurrenzdruck im Einzelhandel steigt

Studie Handel muss klassisches Geschäftsmodell überdenken

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Die vogtländischen Einkaufsstraßen (im Bild die Bahnhofstraße in Plauen) sind meist nur noch zu Stadtfesten gut gefüllt. Dennoch wird der örtliche Einzelhandel nicht ganz verschwinden. Foto: Karsten Repert

Plauen. Die Marktmacht globaler Marktplätze und gestiegene Kundenanforderungen verändern den Einzelhandel am stärksten. Das hat die Studie "Der deutsche Einzelhandel 2017" der Industrie- und Handelskammern ergeben.

Demnach haben Forscher zusammen mit 41 Industrie- und Handelskammern sowie dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag eine Untersuchung des Einflusses der Digitalisierung auf den Einzelhandel durchgeführt. Mehr als 2.000 Einzelhändler nahmen teil. Die Studienergebnisse zeigen, dass der deutsche Einzelhandel sein klassisches Geschäftsmodell überdenken muss.

Intensivere Verknüpfung zwischen On- und Offlinehandel nötig

Verkaufen heute 54 Prozent der Händler ihre Produkte ausschließlich stationär, wollen 37 Prozent davon in fünf Jahren auch im Online-Vertrieb aktiv sein. 14 Prozent der heute ausschließlich online aktiven Händler planen, in fünf Jahren auch offline zu verkaufen, was den Handlungsdruck auf die stationären Akteure zusätzlich erhöhen wird.

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei einem Blick auf die erwartete Verteilung der Umsätze: In den nächsten fünf Jahren rechnen 24 Prozent der stationär aktiven Händler mit einen Rückgang der im Ladengeschäft erwirtschafteten Umsatzanteile. Im Vertriebskanal Online-Shop befürchten lediglich 4 Prozent einen Rückgang. 13 Prozent erwarten einen Zuwachs dieses Kanals und 83 Prozent rechnen damit, dass die Online-Umsatzanteile gleich bleiben.

Immer mehr Ladengeschäfte, die auch online aktiv sind, verbinden die Kanäle. Services wie eine Online-Reservierung und eine Vor-Ort-Abholung setzen bereits 27 Prozent der Händler ein und 11 Prozent planen es.

Die IHK in Plauen bietet dazu viele Tipps und teilweise auch Hilfestellungen an.