Der reichste Verband der Welt jammert: "Schämt euch!"

Fußball VFV: Es muss jetzt um die Kleinen gehen, nicht um die Millionäre

Plauen. 

Plauen. Vor unseren Augen bricht die ganze Welt zusammen. Und ausgerechnet "König Fußball" jammert. Dem Plauener André Rabe ist am Montag der Kragen geplatzt. Er ist Geschäftsführer des Vogtländischen Fußballverbandes (VFV) und der Funktionär hat somit Kontakt zu 76 Vereinen an der Basis. Über 10.000 Mitglieder gehören diesen Fußballclubs an. "Viele Vereine wissen nicht, wie sie ihre Kosten decken sollen. Diese ehernamtlichen Funktionäre in den Vereinen haben aber zu Hause und auf Arbeit den Kopf voll mit anderen Sorgen. Dass sie sich trotzdem auch noch um die Vereinsarbeit kümmern, ist für mich der absolute Hammer", berichtet André Rabe.

Er fragt: "Wie muss sich so jemand fühlen, wenn er dann sieht, hört oder liest, was die Führungskräfte vom Deutschen Fußballbund und die Bundesligaprominenz in den Großstädten so von sich geben?" André Rabe ist stinksauer. "Der DFB erwartet im schlechtesten Fall durch die Corona-Krise 50 Millionen Euro Verlust. Nach meinen Recherchen hat der Verband mindestens 132 Millionen Euro Rücklage gebildet. Wenn dann DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge den 25.000 Vereinen in Deutschland mitteilt, dass es keine Unterstützung vom DFB geben wird, dann bin ich wütend."

Schon lange beschwert sich die Basis über abgehobene Spitzenfunktionäre. Immer wieder klagen die Kleinen, nicht gehört zu werden. "Wenn jetzt die Basis wegbricht, stürzt das Fundament des DFB ein. Ich glaube nicht, dass dies allen klar ist. Dieser Verband soll jetzt nicht die Millionäre retten. Die schaffen das jeder für sich alleine. Der Verband muss Vereine retten, die in den Kreisklassen und Kreisligen kicken", fordert André Rabe.