Der Rotstift ist gezückt

Bildung BLICK fragt BSW-Regionalleiter was die Streichung bedeutet

Die Fachschulausbildung in Sachsen steht auf der Kippe. Genauer gesagt geht es um die Assistentenberufe im technischen und kaufmännischen Bereich. Weil die von der Staatsregierung angestrebte Streichung nur einen Bruchteil der Bevölkerung betrifft, fürchtet das sächsische Kabinett scheinbar keinen großen Aufstand. Die Verlockung, viel Geld zu sparen ist riesig. Der BLICK wollte gestern von Peter Braumandl wissen, was genau diese Bildungspolitik letztlich bedeutet. "Die Fachkräfte gehen dann aus dem Vogtland weg. Nach Bayern oder nach Thüringen", mutmaßt der Regionalleiter des Bildungswerkes der Sächsischen Wirtschaft (BSW). Ein erster Trend ist in Plauen längst sichtbar: "Wir hatten in diesem Jahr 31 Bewerber. An der Fachschule für Technik in Plauen starteten jedoch letztlich nur 18 Schüler", spricht Peter Braumandl von einem verheerendem Szenario. Um was aber geht es genau? "Wir zum Beispiel sind seit 2010 eine staatlich anerkannte Ersatzschule und qualifizieren Facharbeiter in sehr anspruchsvollen Ausbildungen für den mittleren Managementbereich", erklärt der Schulleiter. Im Klartext: Das BSW bildet Führungskräfte aus, die dann zum Beispiel bei Unilever Knorr in Auerbach, bei Londa in Rothenkirchen, bei Kobra in Lengenfeld oder in Plauen bei Vosla, Neoplan oder hoffentlich bald auch wieder bei Manroland für Qualität "Made im Vogtland" sorgen. 2.800 Stunden muss so ein Techniker berufsbegleitend oder in Vollzeit rackern, um diese auf Bachelor-Niveau angesiedelte Qualifikation zu erhalten. Es geht sozusagen um den Ingenieur der Neuzeit. "Wir hoffen, dass der Sächsische Landtag nicht mitspielt", setzt Peter Braumandl nun auf die Abgeordneten. Die haben im Dezember das letzte Wort. Lesen Sie dazu "Angemerkt".