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Der SAEK in Plauen macht am 30. Juni dicht

Medienwerkstatt Studioleiter André Zühlke kann nicht sagen wie es weitergeht

Plauen. 

Plauen. Sie sind eigentlich die Antwort auf die Welt. Die Idee hinter den Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanälen (SAEK) war löblich. Denn die Medienpädagogen spielten für alle Interessierten den "Erklärbär", wenn es um Fake News, Social Media, Werbeinhalte und Technik ging. Damit ist nun Schluss. Zum 30. Juni 2021 sollen alle neun SAEK-Standorte schließen. Nach 23 Jahren verschwindet somit die Medienwerkstatt aus der Spitzenstadt. Die Talentschmiede half immerhin einigen Radio- und Fernsehleuten als Sprungbrett. "Die SAEK richten sich mit ihrem medienpädagogischen Angebot an Kinder, Jugendliche und Erwachsene, um Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Medien zu fördern. Der SAEK Plauen ist seit 1998 die Anlaufstelle für Medienkompetenz im Vogtland", sagt André Zühlke. Der Studioleiter hat in Kevin Meinel und Marie-Therese Stedry zwei Technisch-Medienpädagogische Fachkräfte an seiner Seite.

Keiner weiß, ob und wie es weitergeht

Das Trio wirkt erschöpft: "Wir haben gekämpft und gehofft. Aber die Entscheidung scheint unumstößlich. Ab 1. Juli 2021 kann sich hier keiner mehr Auskunft holen beziehungsweise unsere Kurse belegen. Dann sind wir weg." In der Rädelstraße 2 kümmerte sich die SAEK-Mannschaft zunächst um blutjunge aber auch um Talente der älteren Semester. Sogar einen Bürger-Rundfunk hatte es zwischenzeitlich hier gegeben. Ab 2008 ging es dann vordergründig um den schulischen Bereich. Seit 2018 richtete sich der SAEK-Fokus auf Erwachsene. Als Träger will die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) künftig ein neues Profil anbieten. Dann soll es in der Vermittlung von Wissen hauptsächlich um die Informations- und Nachrichtenkompetenz gehen und die Angebote werden sich auch nur noch an Erwachsene richten. Der gut gemeinte Gedanke, künftig mehr in die Breite zu gehen und noch lokaler zu werden bedeutet jedoch, dass es fürs Plauener Betreibermodell keine Zukunft gibt. Da sich auch der politische Protest in Grenzen hielt, ist das Ende des SAEK Plauen besiegelt. Dabei scheint der Bedarf einer solchen Einrichtung sogar in Zahlen belegbar: 10.000 Projektstunden haben alle SAEK zusammen pro Jahr durchgeführt. Eine stolze Zahl. "Wir hoffen, dass es irgendwie weitergehen kann. Bislang gibt es für uns aber keine Antworten. Wir stehen vor der Ungewissheit", sagen Marie-Therese Stedry, André Zühlke und Kevin Meinel. Internet: www.saek.de

 

 



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