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Westsachsen

Die AWG bietet seit 1912 den Plauenern ein Zuhause

Aktion Thomas wurde von der Mama als 450tes Neu-Mitglied gewonnen

Plauen. Großstädte galten lange als besonders attraktiv. Urplötzlich geht's dort aber nicht mehr höher, schneller, weiter. Auf einmal spricht die ganze Welt von grünen Lebensräumen, dem Zusammenhalt in der Nachbarschaft und von Vertrauen. Manch einer sieht sich jetzt in seiner Lebensphilosophie bestätigt. Helga Künzel und die AWG haben zum Beispiel schon vor 40 Jahren zueinander gefunden. Mit ihrem Ehemann Dieter zog die nette Frau in der Dr.-Karl-Gelbke-Straße zwei wunderbare Kinder groß. Thomas und Cornelia erlebten eine tolle Jugendzeit. Die Hausgemeinschaft im Chrieschwitzer Hang harmonierte. Einkaufsmöglichkeiten, Straßenbahn, Parkplätze - es gab alles, was man zum Leben brauchte. Doch mit der Wende und dem Mauerfall mieden die Menschen auf einmal den zuvor so geliebten Stadtteil. Jetzt war es nicht mehr chic, im Plattenbau zu wohnen. Genau dieser Umstand hatte zur Folge, dass nach 1990 zahlreiche Blocks nach dem Leerzug aus wirtschaftlichen Gründen abgerissen wurden. Aber dadurch entstand einer der grünsten Stadtteile im Vogtland.

Gute Zeiten für die Mieter

Auch die AWG Wohnungsgenossenschaft sah sich zum Rückbau gezwungen. Die wirtschaftlichen Zwänge sorgten um die Jahrtausendwende nicht nur für Freude. "Wenn jemand sein Zuhause verliert, weil die Abrissbirne anrückt, dann tut das logischerweise weh", betonte seinerzeit Gunter Dietrich. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative "Lebensraum Platte" stieß ganz oft auch auf der "Gegenseite" auf Verständnis. Und trotzdem gab es keine Alternative. Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer sah vor 15 Jahren "den Stadtumbau aufgrund tausender leerstehender Wohnungen als weiterhin unumgänglich an." Was sich aber bereits zu jenem Zeitpunkt herauskristallisierte: Das Bürgerverständnis für die Vermieter war durch die vielen Dialoge in der ganzen Stadt gewachsen. Heute gilt Plauen wohntechnisch als Mieterparadies. Denn es wurden hunderte Millionen Euro in die Bausubstanz investiert. Zu den Lokomotiven der Spitzenstadt gehört nach wie vor die AWG Wohnungsgenossenschaft. Sie hat gegenwärtig 232.000 Quadratmeter Wohnfläche an aktuell 4.140 Mieter vermietet. Weil man trotz riesiger Herausforderungen in den vergangenen 30 Jahren gut gewirtschaftet hat, konnte das Unternehmen im Bundesdurchschnitt unschlagbare Preise an die Mieter in Plauen weitergeben. Das macht sich jetzt bezahlt.

Hier sind die Künzels zu Hause

Was viel zu oft vergessen wird: "Nur wenige Menschen in Deutschland leben statistisch gesehen in ihren vier Wänden noch günstiger als wir Vogtländer", kommentierte IHK-Präsident Hagen Sczepanski im letzten Jahr das Ergebnis einer bundesweiten ZDF-Studie. 401 Kreise und Städte wurden im Zusammenhang mit deren Lebensverhältnissen in 53 verschiedenen Kategorien untersucht. Das Vogtland belegte einen bemerkenswerten Gesamtplatz 97 und zwar vor allem, weil die Mieten so günstig sind. Die eingangs erwähnte Helga Künzel brauchte für diese Erkenntnis übrigens keine Studie. Und auch ihr Sohn nicht. Thomas Künzel ist gerade wieder in seinen Heimatstadtbezirk gezogen. Der 47-Jährige erzählt: "Meine Eltern haben mich überzeugt, wieder nach Chrieschwitz zu ziehen. Jetzt wohnen wir wieder nah beieinander und das ist wirklich ein tolles Gefühl", berichtet der Anlagenbediener, der ruckzuck zu seinem Arbeitsort im Gewerbegebiet Neuensalz gelangt.

Thomas Künzel ist im Rahmen der AWG-Aktion der 450e Neumieter

So ganz nebenbei erfuhr Thomas Künzel dann noch, dass er im Rahmen der AWG-Aktion "Mitglieder werben Mitglieder" als 450er Neumieter in einer Plauener Genossenschaftswohnung eingezogen ist. Dafür gab es von Jeannine Ammon vom AWG-Mitgliederwesen und von Linda Nitschke (Vorstandssekretariat) Sekt, Blumen und eine Geldprämie. Der Stadtteil Chrieschwitz erlebte übrigens zuletzt eine unglaubliche Renaissance. Die AWG hat in der Plattenbausiedlung derzeit 54.500 Quadratmeter Wohnfläche vermietet. 1912 wurde das Unternehmen gegründet. Seinerzeit war übrigens Plauen eine Großstadt. Nur wenig von damals gibt es auch heute noch. Mehr gibt es zum Thema Vertrauen wohl nicht zu sagen! Die AWG-Vorstandsvorsitzende Carolin Wolf und Vorstand Günter Schneider möchten den heutigen Beitrag hier deshalb zum Anlass nehmen, um sich bei den 40 Mitarbeitern und allen Mietern für das tolle Miteinander zu bedanken.

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