Die Bürgerdemo geht weiter

Flüchtlingskrise WsD-Bewegung protestiert seit zehn Wochen

Das Volk ist der Arbeitgeber aller Politiker. Seit zehn Wochen demonstrieren tausende Menschen in Plauen gegen ihre eigenen Volksvertreter. Die Bürgerbewegung "Wir sind Deutschland" hat vergangenen Sonntag bei Kälte und kurzem Schneetreiben 1.500 Protestanten mobilisiert. Scharfe Kritik gibt es seit September an den zunehmenden Geheimabsprachen der Regierungsmächtigen. In deren Folge stünden die davon Betroffenen nur zu oft vor vollendeten Tatsachen. Geplante Freihandelsabkommen (TTIP, Ceta), die praktizierte Konzernpolitik, der vorgeschobene Investorenschutz und das ungerechte Steuerrecht machen eine Minderheit zu Gewinnern. So sagten es die vielen Redner auf dem Altmarkt sowie auf der Bahnhofstraße. "Die Vertreter des Volkes machen die Politik zum Wohle der Reichen", behauptet Gunnar Gemeinhardt. Der WsD-Wortführer fährt verbalaggressiv scharfe Geschütze auf. Friedlich, aber entschlossen stellte er nun klar: "Wir werden nicht weichen. Wir müssen eine Partei werden. Und dann sind wir wählbar." Die Etablierten werfen der WsD-Bewegung oft Stimmungs- und Angstmacherei vor. Zugleich aber mehren sich nun in den Parteien die Stimmen, wonach die Neu-Ausrichtung der Asylpolitik auch eine Obergrenze der aufzunehmenden Flüchtlinge beinhalten soll. Während der Sonntagsdemo wurde bekannt, dass in der Plauener Erstaufnahme-Unterkunft vier Syrier versucht hatten, die anderen Flüchtlinge zum Hungerstreik anzustiften. Die Polizei bestätigte auf Nachfrage, dass es zu einem Einsatz kam. "Die 11. Demo findet am Sonntag, 16 Uhr, auf der Bahnhofstraße statt. kare