Die Freimaurer kehren zurück ins Vogtland

Öffentlichkeitstag Früher gehörten zur Plauener Loge über 400 Menschen

Plauen. Von den Nazis verboten, im Sozialismus ungewollt. Und dann dauerte es einfach seine Zeit, bis die Freimaurer zurückkamen ins Vogtland. Klaus Pasedag ist der Sekretär der Plauener Loge mit ihren 28 Mitgliedern: "Wir veranstalten am Dienstag ab 19.30 Uhr einen Öffentlichkeitstag und laden herzlich ein." Im Alten Handelshaus auf der Straßberger Straße stellt sich dann die Loge allen Fragen. Die Freimaurer verstehen sich als ehrenwerte, anständige Menschen, die niemandem zu nahe treten, gleichzeitig aber helfen und den freiheitlichen Gedanken pflegen und humanitär tätig sein wollen. Weil die internen Regeln der Freimaurer nicht öffentlich gemacht werden, "konfrontiert man uns immer wieder mit Verschwörungstheorien. Manch einer stempelt uns als Sekte ab", erzählt Klaus Pasedag. Ein wenig Einblick gibt der Sprecher vorab: "Bei uns hilft man sich prinzipiell. Alle Mitglieder sind gleich. Vom Geschäftsführer bis zum kleinen Handwerker", erzählt der Sekretär. In den Klubabenden befasst man sich alle zwei Wochen mit aktuellen Themen und arbeitet dann gemeinsam an einem Denk- und Erkenntnisprozess. Es geht für die religionsfreien Freimaurer um Medizin, Recht oder Nächstenliebe, um nur drei Gebiete zu nennen. Im Schattendasein der vielen Jahrzehnte wuchsen auch im Vogtland Berührungsängste. "Wir wissen und verstehen das. Aber Zahlen und Namen der Vergangenheit sprechen für uns", glaubt Klaus Pasedag. Stresemann, Mozart, Goethe und 400 Plauener waren einst Freimaurer. Bundesweit vereint dieser ethische Bund 15.000 Menschen.