Die Glocken schweigen für immer

Demontage In der Johanniskirche sammelt und glaubt man an ein neues Geläut

Plauen. 

Die alten Glocken der Johanniskirche schweigen für immer. Das Geläut war am 14. Oktober 2012 zum letzten Mal zu hören. Jetzt haben Bauleute das Trio zur letzten Ruhe auf den Plauener Hauptfriedhof gebracht. Gespannt verfolgte Joachim Zeitz die Szenerie: "Ich hoffe sehr, dass die Kirchgemeinde bald neue Glocken bestellen kann", ist der Plauener ganz gespannt. 420.000 Euro sollen die neuen Bronzeglocken kosten. "Unsere Gemeinde hat dabei einen Eigenanteil von 100.000 Euro zu leisten. Bitte helfen Sie mit", rief der Kirchenvorstand bereits während der spektakulären Demontage alle Schaulustigen auf. Das Gotteshaus gilt mit seinen 52 Meter hohen Türmen als eines der Wahrzeichen der Stadt. "Eine Kirche ohne Glocken kann man sich gar nicht so richtig vorstellen", stand Mathilde Eißrich staunend vor dem mannshohen Klangkörper. Mit 1,70 Meter Durchmesser und 2.150 Kilogramm Gewicht ist die große Glocke zugleich der mächtigste dieser drei Kaventsmänner. Mathilde hofft, "dass im nächsten Jahr die angestrebte Glockenweihe stattfinden kann." Bis zum 900sten Jahrestag der Kirchweihe im Jahr 2022 sollen dann alle drei Glocken neu gegossen worden sein. Spendenkönnen im Pfarramt abgegeben oder in den Opferstock rechts neben dem Eingang eingeworfen werden. Die Johanniskirche erlangte übrigens nicht nur als Sehenswürdigkeit oder als evangelische Hauptkirche große Bedeutung für Plauen. "Zugleich gilt die Weiheurkunde der Vorgängerkirche im Jahr 1122 als das älteste schriftliche Zeugnis im Vogtlandkreis", berichtet Historiker Walter G. Tümpner.