Die große Angst vor dem Zeugnis

Sorgentelefon Die "Nummer gegen Kummer" hilft den Kindern und Jugendlichen

Plauen. 

Plauen. Nicht jedes Kind hat am vergangenen Wochenende gejubelt "Wenn es Zeugnisse gibt, trauen sich manche Kinder kaum nach Hause", weiß Dietgard Nekwinda. Gut, wenn man dann jemanden zum reden hat. Dietgard Nekwinda ist die Koordinatorin des Sorgentelefons in Plauen. Im Plauener Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes weiß man um die Bedeutung der "Nummer gegen Kummer": "Es ist hilfreich, wenn sich Kinder und Jugendliche bei Problemen direkt an das Kinder- und Jugendtelefon wenden", meint Dietgard Nekwinda.

Schlechte Nachrichten konfliktfrei überbringen

Sie sagt: "Unsere bundesweit kostenlosen und anonymen Beratungsangebote bieten eine erste Anlaufstelle für solch schwierige Situationen". Im Gespräch mit einem Berater oder einer Beraterin kann dann gemeinsam überlegt werden, wie man die schlechten Nachrichten am besten überbringt und wie Kinder, Jugendliche und ihre Eltern möglichst konfliktfrei über das Thema Schule sprechen können. Auch Jan kann davon ein Lied singen. Seine Noten sind seit Beginn der 7. Klasse richtig schlecht geworden. "Woran liegt es denn?", fragte die Beraterin am Telefon. "Ich habe gerade einfach keinen Bock auf Schule!", ist die kurze und ehrliche Antwort. Wäre der Fall aber so einfach, hätte Jan wahrscheinlich nicht unter der 116 111 angerufen.

Lernen,mit Enttäuschungen umzugehen

"Ich bin in der Schule eigentlich cool, aber heute fühle ich mich schrecklich", räumte der 13-Jährige am Telefon ein. "Meine Eltern reißen mir den Kopf ab, wenn ich mit den Noten nach Hause komme. Ich würde am liebsten abhauen." So wie Jan geht es vielen Kindern und Jugendlichen am letzten Schultag. Den Eltern raten die Fachleute, "nicht sofort loszuschimpfen, sondern erstmal tief durchzuatmen." Oft sind die Kinder selbst enttäuscht über ihre schlechten Noten. Dann hilft es anzuerkennen, was in der Schule schon gut lief und zu überlegen was noch nicht so gut war. So lernt das Kind auch, besser mit Enttäuschungen umzugehen.