Die Milch müsste teurer werden

Landwirtschaft Zum Internationalen Tag der Milch ist aus Ranspach auch Kritik zu hören

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Melken am Gummieuter: Larissa Rabe aus Ranspach kriegt es hin. Foto: Simone Zeh

Unterreichenau. In der Agrargenossenschaft "Weidagrund" in Unterreichenau fand die Zentralveranstaltung Sachsens zum "Internationalen Tag der Milch" statt. Nützliche Informationen und Sommerfrucht-Quark, Glücksrad und Zielwerfen auf die Kuh boten sich den Besuchern. Auch eine Hoheit machte ihre Aufwartung. Milchkönigin Anna I. aus der Nähe von Görlitz verlieh den Glanz.

"Jedes Jahr wird der Internationale Milchtag in einer anderen Region Sachsens durchgeführt, diesmal im Vogtland und bei uns", gab Stephan Pissors von der Agrargenossenschaft Auskunft. Er ist seit zwei Jahren Geschäftsführer des landwirtschaftlichen Betriebes mit verschiedenen Standbeinen. "Wir liefern jeden Tag etwa 16.000 Liter Milch an den Milchhof Plauen."

Es gibt nicht nur Milch in Ranspach

560 melkende Kühe stehen in den Ställen in Ranspach, die man am Samstag per Shuttle besichtigen konnte. Dort wurde vor zwei Jahren in einen neunen "Abkalbestall" investiert, ein Kreißsaal für Kühe. "Die Milchproduktion macht ein Viertel unseres Einkommens aus." Zu den Produktionsbereichen gehören auch die Direktvermarktung, Schweinemast und Pflanzenbau. Es gibt den Landhandel und regelmäßig Markttage.

Der Milchpreis bereitet Sorgen

Wo der Milchpreis derzeit liegt? "32 Cent pro Liter ist der Grundpreis, das ist nicht kostendeckend", bescheinigt Stephan Pissors. "Der Tiefstand vom vorigen Jahr mit 21 Cent ist aber zum Glück vorbei." 40 Cent wären dennoch für den Betrieb nötig, um wirtschaftlich arbeiten zu können.

Wie kommt die Agrargenossenschaft damit klar? "Wir schichten im Betrieb um. Die Milchproduktion können wir nicht abstellen, sie gehört zu uns. Wir haben 300 Hektar Grünfläche. Wer soll das Gras sonst fressen?" Deshalb stehe ein Ausstieg aus der Milchproduktion nicht zur Debatte.