Die Plauener Hütte meldet den nächsten Rekord

Saisonbilanz 2.150 Übernachtungsgäste erleben das Hochgefühl in den Alpen

Mayrhofen/Österreich. 

Mayrhofen/Österreich. Es ist ein Hochgefühl! Und was für eins. Dort, wo kein Lift, kein Aufzug und keine Bergbahn die Bergwanderer hinauf befördert, dort leben Edith Haberl und Michael Puntigam. Das Paar hat in diesem Jahr geheiratet. Es trotzt immer wieder den Schwierigkeiten des Lebens. Und es wurde jetzt mit einer Nachricht belohnt, die man kaum glauben mag. Trotz verkürzter Saison gibt es einen Rekord zu vermelden!

Verspäteter Saisonstart wegen knallhartem Alpenwinter

Dabei wurde ihre Plauener Hütte in diesem Jahr vom knallharten Alpenwinter von Lawinen schwer getroffen. Nach den kostspieligen Reparaturen gelang es der Sektion Plauen-Vogtland des Deutschen Alpenvereins mit einiger Verspätung trotzdem zu öffnen. "Saisonstart war erst am 28. Juni. Wir konnten nur 86 Tage öffnen", berichtet Hüttenwart Jens Winkelmann aus Plauen. Und dann zählten Edith Haberl und Michael Puntigam unfassbare 2.150 Übernachtungen. "Nach den mir vorliegenden Aufzeichnungen ist das Rekord. Die 2.000er Marke wurde demnach nur 1988 und 1997 geknackt. Allein im August hatten wir 1.050 Übernachtungen registriert. Das gab's noch nie!" Jens Winkelmann wirkt selbst beeindruckt von dem, was da oben auf dem Dach des Zillertals entstanden ist.

Die Plauener Hütte gewinnt an Bedeutung

Weil die Vogtländer ihre Plauener Hütte immer häufiger besuchen, nimmt inzwischen auch die überregionale Bergwelt Notiz vom "Mercedes" unter den 588 Alpenhütten. Ein Zugpferd waren in diesem Jahr offenbar die Veröffentlichungen zur Dreiländertour in der DAV-Panorama-Ausgabe "Land der Berge und Alpin" (3/2019). Die vielen guten Nachrichten häufen sich also rund um den höchsten Punkt der Spitzenstadt in 2.364 Metern Höhe. Nie hatten die Plauener seit 1899 ihre Hütte aus der Hand gegeben. Auch das ist einmalig. Immerhin musste man 40 Jahre DDR "überleben". "In jener Zeit haben in der BRD lebende Exil-Plauener unsere Hütte irgendwie über Wasser gehalten. Weil nach der Wende in Plauen erstmal andere Dinge wichtig waren für die Menschen, kommt es erst jetzt zum Comeback der Plauener Hütte", berichtet Prof. Dr. Bernd Märtner. Der Unternehmer ist Multi-Vereinsfunktionär und er hat als Lokomotive ein richtig großes Netzwerk verknüpft, welches nun seit zwei Jahren immer besser funktioniert.

Jeder ,der oben war, bringt beim nächsten Mal einen mit

Die Zahl der Multiplikatoren steigt. "Mehr als ein Drittel der Besucher kommen aus dem Vogtland. Manchmal treffen sich sogar Bekannte zufällig da oben im Zillertal", freut sich Hüttenwirt Jens Winkelmann. Die gewonnene Schlagkraft hat die DAV-Sektion perfekt genutzt, um sich weiterzuentwickeln. "Arbeitseinsätze von Sektionsmitgliedern zum An- und Abhütten, also zur In- und Außerbetriebnahme der Hütteninfrastruktur, sowie die Erneuerung der Fassade der Bergstation unserer Materialseilbahn erfolgten in Eigenleistung", berichtet die Sektion.

Ein Wiedersehen gibt's auf dem Plauener Weihnachtsmarkt

Die Hüttenwirtsleute Edith Haberl und Michael Puntigam sind "am Ende doch noch sehr zufrieden mit dem Saisonverlauf. Wir kommen wieder zum Weihnachtsmarkt nach Plauen. Vom 5. bis 8. Dezember sehen wir uns in der Spitzenstadt", schicken die Eheleute ganz liebe Grüße in ihre zweite Heimat. Was in Österreich, direkt unter der Reichenspitze (3.303 Meter) und Kuchlmooskopf (3.214 Meter), entstanden ist, es sucht seines gleichen! Denn dieses Hochgefühl verbindet inzwischen hunderte Vogtländer. Sie alle lieben ihre Plauener Hütte. "Und wir wollen alle gemeinsam dafür sorgen, dass unser Alpenjuwel auch in Zukunft ein Ort sein kann, wo in dieser verrückten Zeit die Uhr anhält und die Natur wieder mehr Platz in unseren Gedanken bekommt", sagt Hüttenwart Jens Winkelmann und fügt hinzu: "Wir freuen uns im kommenden Jahr auf zahlreiche Besucher aus dem Vogtland. Ich persönlich danke allen Helfern und den Wirtsleuten für ihren Einsatz!" 2017 wurde die Plauener Hütte mit dem Umweltgütesiegel der Alpenvereine ausgezeichnet.