"Die Sache hat sich hochgeschaukelt": Bürger fühlt sich ungerecht behandelt

Ärger Rentnerehepaar kann Beamten-Verhalten nicht verstehen

Waldkirchen/Lengenfeld. 

Waldkirchen/Lengenfeld. Gottfried Pester aus Waldkirchen fühlt sich von der Stadtverwaltung Lengenfeld ungerecht behandelt. Es geht um eine Strafe wegen Parkens vor dem Rathaus in Lengenfeld. "Meine Frau hatte als Beifahrerin bei einem Verkehrsunfall einen Rippenbruch, Halswirbelbruch sowie den Ersatz eines Rückenwirbels", berichtet der 84-jährige. Nach drei Operationen sei sie wieder zu Hause, könne mit dem Rollator einige Schritte gehen.

"Menschlich nicht okay"

"Zum Antrag eines Schwerbehinderten-Ausweises und einer Parkgenehmigung auf Behinderten-Parkplätzen habe ich sie am 27. Februar zum Rathaus gefahren. Dank der Zuvorkommenheit der Angestellten konnte sie im PKW vor dem Meldeamt sitzen bleiben, brauchte nicht mit dem Rollator die Treppen hoch." Doch ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes Lengenfeld fotografierte den PKW, stellte einen Strafzettel über 35 Euro aus. Gottfried Pester kann dies nicht verstehen. "Rechtlich ist es vielleicht okay, aber menschlich überhaupt nicht."

Zahlung der Strafe durch den Enkel

Es wurde Widerspruch eingelegt, eine Telefonanruf brachte keine Klärung. "Wo bleiben hier Augenmaß und Verhältnismäßigkeit?", fragt Pester. "In einer Zeit, wo gegenseitige Hilfe überall vorhanden ist, möchte ich das anprangern. Am 7. April hat der Enkel von Birgit Pester die 35 Euro aus seiner Sparbüchse bezahlt." BLICK bat den Lengenfelder Bürgermeister um eine Stellungnahme. "Die Sache tut mir leid", so Volker Bachmann. Zur Anhörung sei teilweise unsachlich geantwortet worden. "Die Sache hat sich hochgeschaukelt." Mit der Bezahlung sei die Strafe allerdings anerkannt.