Die Vogtländer schlafen so schlecht wie nie

Gesundheitsreport Laut DAK leidet inzwischen ein Drittel der Arbeitnehmer unter Schlafstörungen

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Antje Grünler hat heute in Plauen den DAK-Gesundheitsreport für das Vogtland vorgestellt. Foto: Karsten Repert

Plauen. Es ist ein nächtlicher Aufschrei. Nie zuvor haben die Vogtländer so schlecht ein- und durchschlafen können. Das hat heute der DAK-Gesundheitsreport ans Tageslicht gebracht. Antje Grünler ließ wissen, "dass der Krankenstand im Vogtlandkreis zwar auf den Durchschnittswert von 4,6 Prozent gesunken ist. Aber insgesamt liegt das Vogtland im Bundesdurchschnitt nach Ausfalltagen gemessen in den Spitzenrängen", so die Leiterin des Servicezentrums in Plauen. Besonders im Fokus des aktuellen DAK-Gesundheitsreports stehen die Schlafstörungen.

Ein Drittel der sächsischen Arbeitnehmer leidet unter Schlafstörungen

Antje Grünler war selbst betroffen. "Wenn man nicht schlafen kann, sollte man sich helfen lassen", sagt die Plauenerin. Ein Drittel der DAK-Versicherten (ausschließlich Arbeitnehmer befragt) gab an, mindestens dreimal oder häufiger pro Woche unter Schlafstörungen zu leiden. Die sächsischen Arbeitnehmer fühlen sich ziemlich oft müde (35 Prozent) und 16 Prozent gaben eine Schlafdauer von unter fünf Stunden pro Nacht an. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Doch weil es insgesamt etwa 100 verschiedene Schlafstörungen gibt und sich viele Arbeitnehmer ohne medizinische Hilfe durchwurschteln, könnten manche Zahlen sogar noch dramatischer sein, weil es zu keiner Diagnose kam. Zum Beispiel ist in Ostdeutschland offiziell jeder Zehnte vom sogenannten Insomnien betroffen. Insgesamt leidet also ein Großteil der Menschen unter dem Phänomen "nicht erholsamer Schlaf". Genau der macht krank. Nur noch ein Drittel der Arbeitnehmer gibt an, gar keine Schlafstörungen zu bemerken.

Schlafkiller: Stress, Leistungsdruck, Reizüberflutung

Als Psychologe hat der Plauener Prof. Dr. Klaus-Dieter Waldmann die Vogtländer genau vor fünf Jahren eindringlich gewarnt. "Wir haben verlernt, uns auszuruhen. Viele haben in der Freizeit mehr Stress, als während der Arbeitszeit." Heute kann man diese Aussage exemplarisch darstellen. Denn durch die ständige Erreichbarkeit sowie das disziplinlose Verschicken von Nachrichten ist eine Reizüberflutung entstanden, der man sich kaum noch entziehen kann. Kommt dann noch ein raues Betriebsklima ins Spiel, beginnt für viele eine Art Gehirnfasching.

Wer nicht mindestens zwei, drei Stunden pro Nacht Tiefschlaf bekommt, der leidet irgendwann unter Folgekrankheiten. Lange Ausfälle sind dann die Folge. Im Vogtland ist es so, dass inzwischen 5,0 Prozent der Erkrankungsfälle für 46,5 Prozent der Fehltage verantwortlich sind.

Region Nordsachsen liegt ganz vorn

Die bedenkliche Entwicklung im Kreis der sächsischen Arbeitnehmer gipfelt im Krankenstand von Nordsachsen (5,2 Prozent). Das Vogtland liegt mit 4,6 Prozent leicht über dem Schnitt von Sachsen (4,5 Prozent). Der Bundesdurchschnitt liegt bei 3,9 Prozent und in Baden-Württemberg (3,3 Prozent) können die Arbeitgeber inzwischen ganz zufrieden sein. Die DAK Gesundheit hat knapp 150.000 Versicherte, rund 8.000 davon im Vogtlandkreis.