Diese beiden sind echte Vorbilder

Auszeichnung Sachsens Ehrennadel in Gold für die Oelsnitzer Aron und Björn Fläschendräger

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Aron und Björn Fläschendräger (rechts) haben die Ehrennadel des Sächsischen Schützenbundes in Gold bekommen. Foto: Karsten Repert

Oelsnitz. Man muss aufpassen mit seinen Worten. Gerade bei den Sportschützen ist das so. Denn es gibt im Vogtland ganz viele Schützen, die keine Schuld tragen am Aussterben dieser einst so stolzen Zunft. Insgesamt gesehen aber hat das Schießen ähnlich der Sportart Kegeln ein enormes Nachwuchsproblem. Gerade in der Fläche, im Vogtlandkreis zum Beispiel, geht es leider mit den Mitgliederzahlen und der Altersstruktur in die falsche Richtung.

Im Vogtand gibt es eine Ausnahme

Von daher ist es schon ein beachtenswerter Erfolg, den die 1. Bürgerliche Schützengilde zu Oelsnitz vorweisen kann. Dieser Verein rockt in Sachsen die Sportschützen-Szene. Acht Jahre nach Gründung bekamen jetzt Aron und Björn Fläschendräger die Ehrennadel des Sächsischen Schützenbundes in Gold. Für beide war es eine Überraschung.

Vereins-Chronist Marcel Jahnsmüller schwärmt von den beiden Visionären: "Mit der Idee, einen neuen und modern aufgestellten Schießsportverein zu gründen, setzten sie den Grundstein zur Gründung der 1. Bürgerlichen Schützengilde zu Oelsnitz/Vogtland. Ein Verein, der sich hauptsächlich auf den Sport fokussiert, dabei jedoch die Tradition- und Brauchtumspflege des Sächsischen Schützenwesens nicht aus den Augen verliert, das war ihr Traum." Heute existiert und funktioniert dieser Verein so gut, dass man von ihm wirklich in der Bundesrepublik spricht.

Gefeiert und gefürchtet

Ob bei Deutschen Meisterschaften oder in der Bundesliga: Oelsnitz tritt dort nicht nur an, die vogtländischen Schützen werden inzwischen gefürchtet. Wie viel unfassbarer Ehrgeiz und welch enormes Zeitvolumen in den Aufbau eines neuen Vereins investiert werden muss, kann sich vermutlich jeder Bürger vorstellen.

Wenn dann ein Aron Fläschendräger auch noch 38 Landesmeistertitel, insgesamt 96 Landesmeisterschafts-Medaillen, sieben Landesrekorde, acht Teilnahmen an der Deutschen Meisterschaft und dabei jüngst eine Bronzemedaille, zwei Mannschaftssiege mit der Landesliga-Luftpistole sowie ein den Aufstieg in die 2. Bundesliga vorweisen kann, ist das schon ein kleines Wunder. Sein Bruder Björn gehört als Vereins-Chef und Multifunktionär inzwischen zu den großen Vorbildern des sächsischen Ehrenamtes.

Unglaublich wird diese Geschichte aber erst, wenn man folgenden Umstand kennt. "Sportlich trennen die beiden Brüder Welten. Der Eine ärgert sich, wenn er eine "9" schießt. Der Andere freut sich schon, wenn er keinen Treffer im "Weißen" hat.

Die Sportschützen haben Aron und Björn Fläschendräger wirklich viel zu verdanken. Vor allem eins: Über diesen Sport redet das Vogtland wieder. Und genau das ist das Lebenselixier.