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DLRG-Ortsgruppe im Vogtland engagiert sich: Hier lernen Kinder schwimmen

Ehrenamt Sina und Annika bieten einen Schwimmkurs an

Pausa. 

Pausa. Geschlossene Schwimmhallen und Schulen wegen Corona. Das wirkt sich gerade jetzt im Sommer auf eine noch ganz andere Art aus und hat Folgen: Viele Kinder haben das Schwimmen nicht gelernt, und das kann lebensgefährlich sein.

Gerade mal vier oder fünf Tage hing der Zettel am Einlass zum Pausaer Freibad, dass ein Schwimmkurs angeboten wird. Länger brauchte es nicht, um Kinder oder deren Eltern für einen Schwimmkurs zusammen zu bringen. Und da war noch nicht mal die Rede von Internet oder ein Aushang an der Schule oder anderswo nötig. Die Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, bekannt als DLRG, stieß mit ihrem Angebot auf ein Rieseninteresse.

Schwimmkurs stößt auf riesengroße Nachfrage

"Die Idee für einen Schwimmkurs hatten wir schon lange", sagt Sebastian Enke von der DLRG-Ortsgruppe Pausa, die seit vielen Jahren besteht. "Wir machen alles ehrenamtlich." Damit meint er das regelmäßige Training der Aktiven zur Lebensrettung im Wasser. Im Sommer im Freibad in Pausa, im Winter regelmäßig in Zeulenroda im Waikiki, dazu theoretischer Unterricht. "Diesmal war die Nachfrage nach einem Schwimmkurs noch größer als sonst." Viele Eltern fragten danach. "Denn voriges Jahr waren die Schwimmkurse komplett ausgefallen." Zwei Mädchen von der DLRG-Ortsgruppe Pausa ergriffen dann die Initiative, wollten einen Schwimmmkurs für Kinder durchführen. Inzwischen sind drei Kurse für je sechs Kinder daraus geworden, und es gibt schon Nachfragen für einen Kurs nächstes Jahr. "Viel zu wenige Kinder können ordentlich schwimmen", sagt Sina Adler. Sie ist 20 Jahre jung und hatte die Prüfung zum Rettungsschwimmer schon 2016 absolviert. "Wir wollen, dass mehr Kinder die Chance haben, schwimmen zu lernen." Eine Mitstreiterin fand sie in Annika Jung, 15 Jahre. Die Pausaerin kommt nächstes Schuljahr in die 10. Klasse und engagiert sich seit vielen Jahren bei der DLRG in Pausa. "2016 habe ich den Rettungsschwimmerschein gemacht." Das Schwimmen lernte sie einst von ihrem Papa, sagt sie. Jetzt will sie ihre Kenntnisse gerne weitergeben. "In der jetzigen Generation ist es so, dass die Kinder mehr am Computer sitzen und das Schwimmen vernachlässigt wird." Immer wieder höre und lese man von Badeunfällen mangels Schwimmkenntnissen. Jede der drei Pausaer Kursgruppen absolviert zweimal pro Woche zwei Unterrichtseinheiten im Freibad am Butterberg. Drei Wochen lang geht ein Kurs. "Die Kinder freuen sich, wenn sie das Seepferdchen schaffen", so Sina Adler. Das sei eine tolle Motivation.