• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen

Dohlen bekommen Brutplätze

Tiere Langenbacher Kirchturm ist bei bestimmten Tierarten beliebt

Langenbach. 

Langenbach. Die Dohlen mögen sich gewundert haben, was im Langenbacher Kirchturm los war. Säckeweise schleppten die Aktiven der Ortsgruppe Pausa vom Nabu-Regionalverband Elstertal e.V. alte Zweige, Gestrüpp, Nistmaterial und sonstigen Abfall aus dem Inneren des Kirchturmes. Die Luft hing voller Dreck und Staub, so dass Udo Schröder und seine Mitstreiter bei der Arbeit in etwa zehn Meter Höhe einen Mundschutz trugen.

Marder sorgte für Schwierigkeiten

Normalerweise nutzen die Dohlen, die hier jedes Jahr brüten, die eigens für sie gebauten vier Nistkästen. "Sie bauen ihre Nester auf den Holzböden darin", erklärt Udo Schröder vom Nabu. Die hölzerne Klappe davor verhindert, dass die Vögel ins Kircheninnere dringen und dort alles verunreinigen. Das war dieses Jahr dennoch passiert. "Ein Marder hat einen der Brutplätze kaputt gemacht", sagt Ralf Schuster, der ehrenamtlich im Nabu tätig ist. "Er ist wohl die Wand außen hochgeklettert." Wahrscheinlich war ein Brett locker, sodass das Raubtier Zugang fand. Die Vögel drangen weiter ins Kircheninnere vor. Die Naturschützer nehmen an, dass der Marder den Dohlennachwuchs trotzdem geholt hat. Und: "Wir haben Federn von einem jungen Turmfalken gefunden", so Ralf Schuster.

Weiterhin eine tote Fledermaus, die zu den geschützten Tierarten zählt. Auch ein Schmetterling wurde gesichtet. Alles Anzeichen, dass sich bestimmte Tierarten gerne im dunklen Kirchturm oder auf dem Kirchboden verkriechen. Stellmacher Hellfried Bäß erneuerte den kaputten Nistkasten, nahm Maß, um das Holz in seiner Werkstatt in Mühltroff passend zurecht zu sägen. Auch alle anderen Nistkästen wurden begutachtet und gereinigt. Wo die Dohlen jetzt sind? "Sie bleiben hier im Winter, stromern umher", so Udo Schröder. Sie fliegen nicht weit weg, bleiben in der Umgebung. Dohlen ernähren sich jetzt von Würmern oder Feldfrüchten, die sie noch finden. Wenn der Winter zu Ende geht, werden die Dohlen ihre Brutplätze wieder aufsuchen. "Die Dohlenpaare bleiben sich ein Leben lang treu, kommen immer wieder zurück", weiß Udo Schröder.



Prospekte