Dr. Haßler hätte 1990 die Polikliniken ausgebaut

Rückblick Einer der bekanntesten Ärzte im Vogtland wusste schon vor 30 Jahren Bescheid

Plauen. 

Plauen. Dr. Normann Haßler ist in diesem Jahr 80 geworden. Der Mann hat unfassbare 70.000 Behandlungen als Sportmediziner, als Facharzt für Innere Medizin und als Herzspezialist durchgeführt. Und vor 30 Jahren erlebten er und seine Ursula eine unglaubliche Sensation. "Die Wende hat für mir im Alter von 50 Jahren das Tor zur Welt geöffnet", sagt der beliebte "Herzdoktor".

Die meisten Ausreiseanträge in der DDR

Seine Frau "Uschi" fügt hinzu: "Wir sind wirklich dankbar, dass wir das alles erleben durften." Normann ist Arzt mit Leib und Seele. Er ist am 7. Oktober 1989 mit zur ersten Großdemo in der ehemaligen DDR gegangen. Der Mann hatte die Nase voll. Denn die Mediziner waren Verwalter der Mangelwirtschaft. Und deshalb ging unglaublich viel Personal in den Westen. Plauen hatte die meisten Ausreiseanträge gestellt im Arbeiter und Bauernstaat.

Spezialist hält Vorträge in Europa und Amerika

Normann und Ursula aber wollten bleiben. Als dann die Wende kam, war der Herzspezialist aus Plauen in Europa, ja sogar in Amerika präsent. Aber nicht nur als Zuschauer. Normann musste oft auch selbst Vorträge halten. Und so wurde der frühere Ringarzt der Plauener Boxstaffel und Mannschaftsarzt von Wema Plauen (später VFC) später nicht nur Teamarzt der Einheit-Handballer und von Wacker Plauen.

Dr. Normann Haßler wurde für vogtländische Verhältnisse berühmt. Übrigens wollten er und weitere Mitstreiter einst die DDR-Polikliniken erhalten und nach Weststandard modernisieren. Das aber untersagte die Kassenärztliche Vereinigung vor 30 Jahren. Heute baut man solche medizinischen Zentren mühsam wieder auf.